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"Spur der Steine"-Star Manfred Krug gestorben

Wenn man an einen großen Charakterschauspieler denkt, dann fällt einem stets und sofort der Name Manfred Krug ein. Nun ist Krug mit 79 Jahren gestorben. Erinnert sei an Manfred Krug vor allem als legendärem Brigadier Hannes Balla, aus dem DDR-Kultfilm "Spur der Steine". Der DEFA-Filme der Künstlerischen Arbeitsgruppe (KAG) "Heinrich Greif", gilt als DER Gegenwartsfilm der deutschen Filmgeschichte aus dem Jahre 1966.

Auf der DDR-Großbaustelle Schkona (Gemeint waren die Leuna Werke) arbeitet der Zimmermann und Brigadeleiter (Vorarbeiter) Hannes Balla, gespielt von Manfred Krug. Balla und seine Leute halten in dem Film nicht viel von den bürokratischen Regeln der Planwirtschaft, zählen aber trotzdem zu den produktivsten Arbeitsbrigaden auf dem Bau. Notfalls verschaffen sich die "Balla's" das fehlende Material auch mit Gewalt. Dennoch werden ihre Methoden aufgrund ihrer Arbeitsleistungen von der Bauleitung zunächst geduldet. Als eines Tages der idealistische SED-Parteisekretär Werner Horrath seinen Dienst an der Baustelle antritt, fühlt er anfangs seine Autorität untergraben, dennoch gelingt es ihm, Balla, den er als erstklassigen Arbeiter schätzt, für seine Idee einer höheren Produktivität zu gewinnen, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Mit dieser Filmrolle wurde Balla nach der Wende auch in der Bundesrepublik Deutschland bekannt. In der DDR wurde der Film verboten, weil er sagte, was er denkt - ganz wie Manfred "Manne" Krug selbst.
Krug war auch bekannt aus "Liebling Kreuzberg", wo er einen eigenwilligen Berliner Rechtsanwalt spielte, oder eben als Paul Stoever, dem Kommissar aus dem Hamburger "Tatort". Krug (auch begeisterter Jazzmusiker) spiele sich fast selbst, ein bisschen schräg, ein bisschen raubeinig, aber immer sehr menschlich. Und zum Ende jeden gelösten Falles gab es stets die saftige Currywurst an der Imbissbude.
Auch in Sachen Werbung war Krug stets beliebter Star, für die Telekom machte er den Deutschen die T-Aktie schmackhaft. Krug selbst bezeichnete dies nach Jahren als seinen größten beruflichen Fehler, denn die Papiere brachen nach einem Höhenflug geradezu erbärmlich ein. "Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind", sagte Krug vor vielen Jahren in einem Interview - die Telekom sah dies scheinbar mit eiskalt kapitalistischen Augen und kommentierte somit diese Aussage auch nicht...
Dem deutschen Fernsehen wird Manfred Krug sehr fehlen, auch weil Menschen mit Charakter im öffentlichen Leben immer seltener Partei für die Schwachen ergreifen. Krug hatte Herz, Charakter und Schnauze, ohne dabei seine Berühmtheit für sich selbst auszunutzen.  (P.Ingversen--DTZ)