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Opal-Pipeline: Gazprom oder ukrainische Pfründe?

Die Europäische Union (EU) will Medienberichten zufolge bis kommenden Montag über einen stärkeren Zugriff des russischen Gasmonopolisten Gazprom auf die Pipeline Opal in der Bundesrepublik Deutschland entscheiden. Zunächst würden hierzu EU-Vertreter mit Gazprom-Managern zu Beratungen in Brüssel (Belgien) zusammenkommen, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen gegenüber Journalisten aus Nachfrage.

Die Opal-Pipeline zweigt in der Ostsee von der so genannten Nord-Stream-Leitung ab und liefert Gas durch ostdeutsche Bundesländer nach Tschechien. Derzeit hat Gazprom allerdings nur einen begrenzten Zugang zur Pipeline, dies vor allem weil die EU eine zu starke Kontrolle der Infrastruktur durch ausländische Energieversorger verhindern will, was jedoch einen Eingriff in geschützte Wirtschaftsbereiche und somit vor allem eine bedenklich politische Handelsregulierung darstellt. Die Verhandlungen über größere Liefermengen waren im Jahre 2014 - im Zuge des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland gescheitert.
Der volle Zugang zu Opal gilt auch als entscheidend für das Pipeline-Projekt Nord Stream II. Diese Pipeline würde als zweite Leitung Russland und Deutschland durch die Ostsee verbinden und die Ukraine umgehen, was die Ukraine nicht nur politisch unbedeutend für die EU machen würde, sondern für das von massiver Korruption gebeutelte Land erheblich finanzielle Einbußen bedeuten könnte. An Nord Stream II sind hingegen auch bundesdeutsche Unternehmen (BASF/Wintershall und E.ON) beteiligt und somit vor allem auch deutsche Arbeitsplätze betroffen. Russland wappnet sich aktuell gegen negative EU-Entscheidungen mit der Turkish Stream Leitung (Projekt einer Gaspipeline mit 4 Röhren, auf dem Grund des Schwarzen Meeres von der südrussischen Küstenstadt Anapa in die Türkei). Mit Turkish Stream besteht in der Lieferung von Erdgas über die Türkei als Transitland in Länder der Europäischen Union. Damit könnte die Pipeline Opal als Gas-Transitpipeline, ebenso wie die Ukraine in die Bedeutungslosigkeit abrutschen, dies beträfe dann bundesdeutsche Arbeitsplätze in erheblichem Maße, welche sinnlos auf dem ideologischen Tablett für die Ukraine geopfert würden...  (U.Savchenko--BTB)