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Türkei: Auf Kritik folgt schnelle Verhaftung

Türkische Behörden haben nach aktuellen Informationen den Kantinen-Chef der oppositionellen Zeitung „Cumhuriyet“ unter dem Vorwurf der Beleidigung von Präsident Recep Tayyip Erdogan (62) verhaftet. Kantinenchef Senol Buran, sei nach einer polizeilichen Durchsuchung seiner Wohnung in Gewahrsam genommen worden, sagte sein Anwalt dazu gegenüber Medienvertretern. Ermittlungsunterlagen zufolge bestreitet Buran den Vorwurf der Beleidigung gegen den türkischen Präsidenten. Buran betonte jedoch, gesagt zu haben, er werde Erdogan keinen Tee servieren, sollte dieser jemals in der Istanbuler Kantine auftauchen.

Ein Richter begründete die Untersuchungshaft unterdessen wie in diesen Fällen üblich, mit der Tatsache, dass Buran unter dringendem Verdacht stehe, „ein Verbrechen begangen zu haben“. Seit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 wurden in der Türkei mehr als 110.000 Richter, Lehrer, Polizisten und Beamte suspendiert oder entlassen und 40.000 Menschen festgenommen. Mehr als 130 Medien wurden geschlossen und auch führende Mitarbeiter der letzten großen regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ wurden verhaftet.
Es gehört nach Ansicht von Berliner Tageblatt aktuell in der Türkei nicht viel dazu, inhaftiert zu werden, oft genügt nur eine Denunziation. Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder das drastische Vorgehen der türkischen Staatsführung, so auch Amnesty International. „Wir haben festgestellt, dass in den Gefängnissen tatsächlich gefoltert wird“, erklärte dazu der Türkei-Experte von Amnesty International.  (Y.Korzhakova--BTB)