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Iran-Krieg: Angriffe gehen weiter - Israel meldet eine Tote und sieben Verletzte
Trotz diplomatischer Bemühungen um ein Ende des Iran-Krieges sind die gegenseitigen Angriffe im Nahen Osten mit unverminderter Härte fortgesetzt worden. In Israel wurden am Dienstag mindestens sieben Menschen durch iranische Angriffe verletzt. Die israelische Luftwaffe flog nach eigenen Angaben eine weitere Angriffswelle auf den Iran - und will im Kampf gegen die Hisbollah im Libanon nun das südliche Grenzgebiet bis zum Fluss Litani unter seine Kontrolle bringen. Im Norden Israels wurde israelischen Angaben zufolge eine Frau durch Raketenangriffe aus dem Libanon getötet. Pakistan brachte sich derweil als möglichen Austragungsort für Verhandlungen ins Gespräch.
Dutzende Raketen seien aus dem Libanon auf Israel abgefeuert worden, erklärte die israelische Armee. Nach Angaben des israelischen Rettungsdiensts Magen David Adom wurde dabei eine etwa 30-jährige Frau getötet und zwei weitere Menschen verletzt.
Im Süden Israels wurden israelischen Medienberichten zufolge mindestens drei Menschen bei iranischen Raketenangriffen verletzt, darunter ein Baby. Das iranische Staatsfernsehen hatte zuvor einen erneuten Raketenangriff auf Israel bekanntgegeben - und erklärt, mehrere der Raketen hätten Israels Abwehrsysteme überwunden.
In Tel Aviv schlugen Bestandteile von Streumunition mit hunderten Kilogramm schweren Sprengköpfen in einem dreistöckigen Gebäude ein. Magen David Adom zufolge wurden dabei vier Menschen verletzt.
Im Iran wurden einem Bericht der Nachrichtenagentur Fars zufolge mehrere Einrichtungen der Energieinfrastruktur bei Angriffen durch die USA und Israel getroffen.
Im Libanon attackierte Israel im Kampf gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz erneut mehrere Vororte der Hauptstadt Beirut - sowie erstmals die Ortschaft Bschamun in der von Drusen bevölkerten Region Aley. Dort wurden laut dem libanesischen Gesundheitsministerium zwei Menschen getötet.
Nördlich von Beirut waren örtlichen Medienberichten zufolge mehrere Explosionen zu hören und lösten Panik unter den Bewohnern aus. Nach Angaben eines libanesischen Militärsprechers handelte es sich mutmaßlich um abgefangene iranische Raketen.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz kündigte an, die Armee wolle im Südlibanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen. Der Fluss spielt seit Jahren eine wichtige Rolle bei den israelischen Bemühungen, die Hisbollah-Miliz zurückzudrängen. Die Regierung in Beirut hatte im vergangenen Jahr die Armee angewiesen, bis Ende 2025 die militärische Infrastruktur der Hisbollah südlich des Litani zu zerstören und die pro-iranische Miliz anschließend auch im Rest des Landes zu entwaffnen. Aus Israels Sicht setzte die libanesische Armee dieses Vorhaben jedoch nur unzureichend um.
Bereits Ende des vergangenen Jahres verstärkte die israelische Armee ihre Angriffe auf die Hisbollah. Nach Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar eskalierte der Konflikt zwischen Israel und Miliz dann wieder massiv. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden seit Kriegsbeginn 1072 Menschen getötet und 2966 weitere verletzt.
Die libanesische Regierung wies unterdessen den iranischen Botschafter im Land aus - wegen des Vorwurfs, er übe Einfluss auf die Hisbollah aus. Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam hatte Teheran zuvor vorgeworfen, die Hisbollah-Miliz im Libanon zu befehligen.
Das libanesische Außenministerium stellte später klar, dass die Entscheidung keinen Abbruch der diplomatischen Beziehungen zum Iran darstelle, sondern vielmehr "eine Maßnahme gegen den Botschafter wegen Verstoßes gegen das diplomatische Protokoll".
Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif äußerte unterdessen seine Bereitschaft, Gespräche zur Beendigung des Iran-Krieges auszurichten. "Vorbehaltlich der Zustimmung der USA und des Iran ist Pakistan bereit und fühlt sich geehrt, Gastgeber für sinnvolle und abschließende Gespräche zur umfassenden Beilegung des andauernden Konflikts zu sein", erklärte Sharif im Onlinedienst X nach Gesprächen mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian.
US-Präsident Donald Trump hatte am Montag überraschend "wesentliche Übereinstimmungen" bei Verhandlungen mit Teheran erwähnt; die iranische Führung dementierte, dass es Gespräche gegeben habe.
In Deutschland äußerte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterdessen scharfe Kritik am Krieg Israels und der USA gegen den Iran. "Dieser Krieg ist völkerrechtswidrig - daran gibt es wenig Zweifel", sagte Steinmeier in seiner Festrede zum 75. Jahrestag der Wiedergründung des Auswärtigen Amts in Berlin.
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Bereits am ersten Tag des Iran-Krieges wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, auf mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Bei einem iranischen Angriff auf den Golfstaat Bahrain wurde am Dienstag ein ziviler Auftragnehmer der emiratischen Streitkräfte getötet. Fünf Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums seien verletzt worden. Beim UN-Menschenrechtsrat in Genf beantragte Bahrain für Mittwoch eine Sondersitzung zu den iranischen Angriffen auf die Golfstaaten und ihren Folgen für Zivilisten.
O.Lorenz--BTB