Berliner TageBlatt - DHB-Team nach WM-Aus zwischen Frust und Stolz

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DHB-Team nach WM-Aus zwischen Frust und Stolz
DHB-Team nach WM-Aus zwischen Frust und Stolz / Foto: © AFP

DHB-Team nach WM-Aus zwischen Frust und Stolz

Seinen Frust über das schmerzhafte Viertelfinal-Aus schluckte Alfred Gislason tapfer runter. Wieder hatte es gegen eine Weltklasse-Mannschaft nicht gereicht, wieder war für Deutschlands Handballer schon vor den Medaillenspielen Endstation. Doch der Bundestrainer betonte nach dem 28:35 (16:16) gegen Olympiasieger Frankreich vor allem die positiven Dinge.

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"Mich stimmt vieles zuversichtlich. Die Jungs haben viel dazu gelernt", sagte Gislason, als er die erste Enttäuschung überwunden hatte. Das DHB-Team sei "in der Breite und auf Schlüsselpositionen immer noch eine unerfahrene Mannschaft". Deswegen sei es "extrem wichtig, diese Erlebnisse zu haben. Ich bin ganz sicher, dass alle Spieler von ihren Fehlern lernen. Wir können viel Positives mitnehmen."

Die WM ist für das deutsche Team nach der zweiten Niederlage im siebten Turnierspiel noch nicht beendet. Am Donnerstagmorgen geht der Flieger nach Stockholm. Anstatt in der schwedischen Hauptstadt am Wochenende aber 16 Jahre nach dem goldenen Wintermärchen mal wieder um die Medaillen zu spielen, geht es nun um die Plätze fünf bis acht. Gegner am Freitag (15.30 Uhr/ARD) in der Tele2-Fußballarena ist zunächst Afrikameister Ägypten.

"Wir wollen es vernünftig zu Ende bringen und am besten mit dem fünften Platz nach Hause fahren", beschwor Kapitän Johannes Golla sein Team. Und Torhüter Andreas Wolff meinte: "Für mich sind diese Spiele sehr, sehr wichtig. Es ist ein Riesenunterschied, ob du bei einer WM Fünfter oder Achter wirst. Wenn du Fünfter wirst, zeigst du, dass du zur erweiterten Weltspitze gehörst. Das muss unser erklärtes Ziel für die nächsten beiden Spiele sein."

Nach der historisch schlechten WM vor zwei Jahren (Platz 12) machte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit ihren Auftritten in Kattowitz und Danzig einen Schritt nach vorne. Und doch wurmte die am Ende deutliche Niederlage gegen Rekordweltmeister Frankreich. "Das tut extrem weh und wird uns eine Lehre sein", sagte Golla. An guten Tagen, so der Kreisläufer, "können wir begeisternden Handball spielen. Wenn wir aber um die Titel mitspielen wollen, müssen wir uns stabilisieren und Spiele über 60 Minuten konstant gestalten."

Die Verbandsspitze zog ein zufriedenstellendes (Zwischen-)Fazit. "Die Handball- und Sportfans in Deutschland haben wahrgenommen, dass hier etwas wächst", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Die Mannschaft "ist nicht am Limit, aber wir haben viele Grundlagen gelegt und sehr gute Leistungen gezeigt. Wir haben nächstes Jahr eine Heim-EM, da wollen wir den nächsten Schritt gehen."

Auch Wolff sieht "noch einen kleinen Weg zu gehen, um in die Weltspitze zu gelangen", sagte der am Mittwochabend lange Zeit überragende Torhüter. Niederlagen wie gegen Frankreich "können auch Lektionen sein. Wir müssen noch etwas lernen, am besten schon mit Siegen in den nächsten zwei Spielen, um das Selbstverständnis zu festigen und ruhiger und souveräner zu werden."

D.Schneider--BTB