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Nach Amokfahrt in Leipzig: Tatverdächtiger kommt am Dienstag vor Haftrichter
Nach der Amokfahrt mit zwei Toten in Leipzig soll der mutmaßliche Täter am Dienstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Dieser werde dann über weitere freiheitsentziehende Maßnahmen entscheiden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Leipzig. Die Ermittlungen und die Spurensicherung dauerten derweil an. In der Nikolaikirche war eine ökumenische Gedenkandacht geplant, zu der auch Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) erwartet wurde.
Der 33-Jährige, ein deutscher Staatsbürger, war am Montagnachmittag in der Innenstadt von Leipzig mit einem Auto durch eine Fußgängerzone gerast. Er erfasste mehrere Menschen, eine 63-jährige Frau und ein 77-jähriger Mann starben. Die genaue Zahl der Verletzten stand zunächst weiterhin nicht fest.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden handelte es sich um eine Amokfahrt. Es gab demnach zunächst keine Hinweise auf ein etwaiges politisches oder religiöses Motiv des in Leipzig lebenden Verdächtigen. Beamte nahmen ihn nach der Tat widerstandslos fest.
Nach Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks soll der mutmaßliche Täter erst kürzlich aus der Psychiatrie entlassen worden sein. Laut "Leipziger Volkszeitung" war der Mann zudem bereits zuvor polizeibekannt. Beides bestätigte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht.
Wann der Tatverdächtige einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden sollte, war laut Staatsanwaltschaft noch offen. Der Richter prüft, ob die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft oder für eine einstweilige Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung oder Entziehungsanstalt gegeben sind.
Die Grimmaische Straße in der Innenstadt, durch die der mutmaßliche Amoktäter gerast war, sollte voraussichtlich noch bis zum frühen Dienstagabend gesperrt bleiben, wie ein Polizeisprecher sagte. Der Tatwagen wurde inzwischen zur weiteren Spurensicherung abgeschleppt.
Die Zahl der Verletzten stand nach Angaben der Ermittlungsbehörden weiterhin nicht abschließend fest. Betroffene hätten sich nach dem Vorfall teils selbst entfernt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Am Montag hatten Einsatzkräfte von mindestens zwei Schwerverletzten und einer nicht genau bekannten größeren Zahl von Verletzten gesprochen. Zudem war die Rede von mindestens 20 "Betroffenen".
Für Dienstag um 17.00 Uhr war eine Gedenkandacht der christlichen Kirchen in der Nikolaikirche geplant, die nahe der betroffenen Fußgängerzone liegt. Die Staatskanzlei in Dresden bestätigte die Teilnahme von Ministerpräsident Kretschmer an der Andacht. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) wollte teilnehmen. Zuvor wollten Kretschmer und Jung Blumen auf dem Augustusplatz ablegen. Auch die Universität Leipzig lud für 12.30 Uhr zu einer offenen Gedenkandacht im Paulinum am Augustusplatz ein.
Im Gedenken an die Opfer der Amokfahrt wehten die Flaggen vor dem Neuen Leipziger Rathaus auf Halbmast, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Im Rathaus sollte zudem ab dem Mittag ein Kondolenzbuch ausgelegt werden.
Die sächsische Opferbeauftragte Iris Kloppich sprach den Opfern und Angehörigen ihre Anteilnahme aus und bot allen Betroffenen Unterstützung an. "Die schrecklichen Nachrichten, die mich aus Leipzig erreichen, erschüttern mich zutiefst - meine Gedanken sind bei den Angehörigen der Getöteten und den vielen Verletzten", erklärte Kloppich.
L.Dubois--BTB