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Nach russischen Angriffen: Höhlenkloster-Restaurierung in Kiew könnte zwei Jahre dauern
Die Reparaturen an der bei russischen Angriffen beschädigten weltberühmten Höhlenkloster-Anlage in Kiew sind nach Angaben ihres Direktors womöglich langwierig. "Nach Einschätzung unserer Experten könnten die Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten etwa zwei Jahre dauern - sofern alles reibungslos verläuft", sagte Maksym Ostapenko am Dienstag Journalisten vor Ort. Der Schaden an der Anlage beläuft sich ihm zufolge auf umgerechnet rund 9,6 Millionen Euro.
Ostapenko äußerte sich einen Tag nach den massiven nächtlichen russischen Angriffen vor der Mariä-Entschlafens-Kathedrale in der ukrainischen Hauptstadt. Neben ihm waren verbrannte Trümmer und Teile eines goldenen Kreuzes zu sehen. Die Weltkulturerbe-Kathedrale liegt im Bereich des Höhlenklosters, sie war am Montag bei russischen Angriffen auf Kiew in Brand geraten und schwer beschädigt worden. Bei der russischen Angriffswelle auf mehrere Gebiete der Ukraine wurden mindestens elf Menschen getötet.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe hatte Russland in der Nacht zu Montag 70 Raketen und 611 Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, die größtenteils auf die Hauptstadt Kiew zielten. Getroffen wurden auch die Stadt Charkiw und die Region Cherson.
Die ukrainische Kulturministerin Tetjana Bereschna bezeichnete die russischen Angriffe als "einen der größten Angriffe auf die ukrainische Kultur und das ukrainische Kulturerbe" seit Beginn der russischen Invasion vor mehr als vier Jahren. Landesweit wurden ihr zufolge 13 Kulturdenkmäler und -stätten getroffen.
Ostapenko sagte, sein Team arbeite daran, die Stätte so bald wie möglich wieder für Besucher zu öffnen. "Wir prüfen derzeit die Möglichkeit, die Besichtigungen der Stätten der Kiewer Höhlenkloster wieder aufzunehmen (...) denn sie müssen weiterleben."
Das Höhlenkloster Petschersk Lawra im historischen Zentrum Kiews gilt mit seinen goldenen Kuppeln als eines der wichtigsten Denkmäler für die architektonische und monumentale Kunst des frühen 11. Jahrhunderts. Die Stätte steht seit 1990 auf der Unesco-Welterbeliste. Das Kloster gilt als eines der wichtigsten Zentren des orthodoxen Christentums und wird sowohl vom ukrainischen als auch vom russischen Teil der orthodoxen Kirche verehrt.
R.Adler--BTB