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Jugendlicher schießt vor Schule um sich: Elf Verletzte in der Türkei
Ein Jugendlicher hat vor einer Schule in der Türkei um sich geschossen und mindestens elf Schüler verletzt. Der Angreifer ergriff nach dem Vorfall am Dienstagmorgen in Turgutlu nahe Izmir zunächst die Flucht, konnte jedoch rasch gefasst und festgenommen werden, wie Justizminister Akin Gürlek im Onlinedienst X mitteilte. Es ist bereits der dritte schwere Schusswaffenangriff an einer türkischen Schule in diesem Jahr.
Zwei der Opfer wurden nach Angaben des Ministers schwer verletzt. Neben dem minderjährigen Tatverdächtigen seien auch dessen Eltern und sein Großvater im Zuge der Ermittlungen festgenommen worden.
Ein Augenzeuge sagte der Nachrichtenagentur IHA, er habe den Verdächtigen nur Augenblicke nach den Schüssen von seinem Balkon aus gesehen: "Er schimpfte, während er in Richtung einer Seitenstraße lief. Er schrie." Ein weiterer Zeuge beobachtete den Vorfall: "Wir konnten nichts tun, weil er ein Gewehr hatte", sagte er. Von Medien verbreitete Überwachungsvideos zeigten den ganz in Schwarz gekleideten Angreifer mit einem Gewehr in der Hand.
Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Es müsse geklärt werden, wie der Jugendliche an die Waffe gelangte, sagte Justizminister Gürlek. Auch Berichte über mögliches Mobbing im Vorfeld des Angriffs würden von den Ermittlern untersucht. Die betroffene Schule wurde für den Rest des Tages geschlossen.
Im April hatte ein 14-Jähriger an einer Schule in Kahramanmaras im Süden der Türkei neun Schüler und einen Lehrer erschossen. Nur einen Tag zuvor hatte ein Jugendlicher an seiner ehemaligen Oberschule in der südöstlichen Provinz Sanliurfa 16 Menschen durch Schüsse verletzt, bevor er sich das Leben nahm. Die Vorfälle führten zur Entlassung des damaligen Bildungsstaatssekretärs. Präsident Recep Tayyip Erdogan kündigte zudem eine Verschärfung des Waffenrechts an.
Der jüngste Vorfall ereignete sich nur einen Tag, nachdem die Regierung neue Sicherheitsmaßnahmen zum neuen Schuljahr präsentiert hatte. Dazu gehört laut Innenminister Mustafa Ciftci die dauerhafte Stationierung von Polizisten an als besonders gefährdet eingestuften Schulen. Als weniger gefährdet eingestufte Schulen sollen über spezielle Verbindungsbeamte Kontakt zur Polizei halten.
G.Schulte--BTB