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Tausende Kurden protestieren in Syrien gegen türkische Luftangriffe
Tausende Kurden haben im Nordosten Syriens gegen die jüngsten türkischen Luftangriffe demonstriert. Sie protestierten in der Stadt Kamischli zudem gegen eine von der Türkei angedrohte Bodenoffensive, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag beobachtete. Aktivisten zufolge starben bei einem türkischen Drohnenangriff nördlich von Aleppo fünf syrische Soldaten.
Die Demonstrierenden im Kamischli schwenkten kurdische Flaggen und zeigten Fotos von Menschen, die bei den Angriffen getötet wurden. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien wurden bei den Angriffen bislang mindestens 63 Menschen getötet.
"Der Wille des kurdischen Volkes wird nicht gebrochen werden. (...) Wir werden unser angestammtes Land nicht verlassen", sagte die Demonstrantin Siham Sleimane der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind Opfer einer Ausrottung", sagte Salah al-dine Hamu, der ebenfalls an der Protestaktion teilnahm.
Seit rund einer Woche geht die Türkei mit dem Einsatz "Klauenschwert" gegen kurdische Kräfte in Syrien und im Irak vor. Ankara erklärte am vergangenen Sonntag, Luftangriffe auf halbautonome Gebiete im Norden und Nordosten Syriens sowie im irakischen Grenzgebiet geflogen zu haben. Zudem drohte die Türkei mit einer Bodenoffensive in den syrischen Gebieten.
Nach dreitägiger Pause bombardierten türkische Kampfjets am Sonntagmorgen kurdisch kontrollierte Gebiete nördlich von Aleppo, wie die Beobachtungsstelle weiter mitteilte. Bei einem türkischen Drohnenangriff in der Nähe von Tal Rifaat, ebenfalls im Norden von Aleppo, wurden laut der Beobachtungsstelle fünf syrische Soldaten getötet. Demnach gab es einen Schusswechsel zwischen kurdischen Kämpfern und türkischen Streitkräften sowie ihren syrischen Verbündeten in der Region.
Bei der Demonstration waren auch Porträts von Abdullah Öcalan zu sehen, dem in der Türkei in Haft sitzenden Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Zudem skandierten die Menschen Parolen gegen den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan.
Ankara beschuldigt die PKK, für einen Anschlag am 13. November in Istanbul verantwortlich zu sein, bei dem sechs Menschen getötet und 81 weitere Menschen verletzt wurden. Sowohl die PKK als auch militante syrische Kurden wiesen jegliche Verantwortung für den Anschlag zurück.
Seit 2016 startete die türkische Armee drei Offensiven überwiegend gegen kurdische Kämpfer und besetzte Gebiete im Norden Syriens, die nun von Stellvertretern Ankaras kontrolliert wird. Ankara empfindet die kurdische Autonomie jenseits der Grenze als Bedrohung, da sie Unabhängigkeitsbestrebungen der Kurden in der Türkei Auftrieb geben könnte.
J.Horn--BTB