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Studie: BSW zieht vor allem bisherige Wähler von Linkspartei und AfD an
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zieht vor allem Menschen an, die bisher die Linke oder die AfD wählten. Potenzielle BSW-Wähler unter den Erwerbspersonen haben oft ein geringes Einkommen, keine finanziellen Rücklagen, große Sorgen und ein geringes Vertrauen in Institutionen, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zeigt.
Zudem geben danach Ostdeutsche häufiger als Westdeutsche an, das BSW wählen zu wollen. Auch Wahlberechtigte mit Migrationserfahrung sind überdurchschnittlich vertreten. Der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist hingegen gering.
Die Forschenden werteten Daten aus einer Befragung von rund von 4000 Erwerbstätigen und Arbeitssuchenden im vergangenen November aus. Danach ist das BSW vor allem bei Erwerbspersonen beliebt, die bei der Bundestagswahl 2021 der Linken und der AfD ihre Stimme gaben.
Die zahlenmäßig größte Gruppe potenzieller BSW-Unterstützer kommt zwar von Erwerbspersonen, die bei der vorigen Bundestagswahl SPD wählten. Das liegt der Studie zufolge aber vor allem daran, dass damals vergleichsweise viele Menschen der SPD ihre Stimme gaben. Das Interesse am BSW ist insgesamt dort eher durchschnittlich.
Die Teilnehmenden wurden gefragt, ob sie sich allgemein vorstellen können, die Wagenknecht-Partei zu wählen. Die Frage bezog sich nicht auf eine konkrete Wahl. Zudem ist die Stichprobe demnach nicht repräsentativ für die Wahlbevölkerung, weil beispielsweise Rentnerinnen und Rentner fehlen.
Beim Vergleich der Sympathisanten von BSW und AfD zeigen sich der Studie zufolge tendenziell Gemeinsamkeiten im Hinblick auf Wohnort, Bildungsniveau, Einkommen, Belastungen und Sorgen sowie Vertrauen in Institutionen. Im Gegensatz zur AfD sei die potenzielle Wählerschaft des BSW allerdings alters- und geschlechtsspezifisch ausgewogen zusammengesetzt. Das BSW scheine Frauen stärker anzusprechen als die AfD. Außerdem sei der Anteil der Befragten mit Migrationshintergrund höher.
"Unsere Befunde deuten darauf hin, dass das BSW der AfD gerade in ihren Hochburgen in Ostdeutschland Konkurrenz machen könnte und ihr hier vor allem die neu Hinzugekommenen und die Frauen in der Wählerschaft streitig machen könnte", schreiben die Studienautoren. Gerade diejenigen, die sich erst kürzlich der AfD zugewandt hätten, könnten nun zum BSW wechseln. So geben beispielsweise rund 60 Prozent der seit der Bundestagswahl 2021 neu hinzugekommenen ostdeutschen AfD-Anhängerinnen und -Anhänger an, das BSW auf jeden Fall oder wahrscheinlich wählen zu wollen.
S.Keller--BTB