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Westliche Staatschefs erinnern bei D-Day-Gedenken auch an Ukraine-Krieg
Westliche Staats- und Regierungschefs haben beim Gedenken zum 80. Jahrestags der Landung der Alliierten in der Normandie am Donnerstag zugleich auch an die Herausforderungen durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine erinnert. Der britische König Charles III. und der kanadische Premierminister Justin Trudeau gedachten zunächst in nationalen Zeremonien der Toten ihrer jeweiligen Länder. Die US-Gedenkfeier mit Präsident Joe Biden begann mit Verzögerung am frühen Nachmittag.
"Es ist unsere Pflicht, die künftigen Generationen an die Grundsätze zu erinnern, für die gekämpft wurde: Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit", sagte der kanadische Premierminister Trudeau. "Die Demokratie wird heute noch immer bedroht - durch Angreifer, die Grenzen neu ziehen wollen", sagte er mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin, der wegen des Angriffskriegs in der Ukraine nicht eingeladen wurde.
Charles III. erinnerte bei der Gedenkfeier für die getöteten Briten an die Lehren, die aus der Geschichte zu ziehen seien: "Die freien Nationen müssen zusammenstehen, um sich der Tyrannei zu widersetzen", sagte der König, der Uniform trug und von seiner Frau Camilla begleitet wurde.
"Wie glücklich sind wir und die gesamte freie Welt, dass diese Generation von Frauen und Männern aus Großbritannien und aus anderen Ländern nicht zurückschreckte, als es zu dieser Prüfung kam", sagte Charles III. über die damaligen alliierten Soldaten.
Der König erwähnte auch die nach und nach geringer werdende Zahl der Veteranen. "Wir haben immer weniger Gelegenheit, aus erster Hand von ihren Erlebnissen zu lernen. Aber wir sind immer verpflichtet, daran zu erinnern, was sie für uns erreicht haben", fügte er hinzu.
Gegen Mittag trafen auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und seine Frau Olena Selenska in der Normandie ein. "Die Alliierten haben damals die Freiheit Europas verteidigt, und die Ukrainer tun dies heute. Damals herrschte Einigkeit, und wahre Einigkeit kann auch heute herrschen", erklärte Selenskyj im Onlinedienst X.
Der ukrainische Präsident wollte am Rande der Gedenkfeiern auch mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zusammentreffen. Es wurde damit gerechnet, dass Macron zusätzliche Militärhilfen für die Ukraine bekannt gibt. Auch ein Treffen zwischen Selenskyj und US-Präsident Biden war geplant. Zur zentralen Gedenkfeier am Nachmittag am Omaha Beach wurde auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) erwartet.
Die Landung der Alliierten am 6. Juni 1944 in der Normandie machte den Weg für den Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland frei. Mehr als 156.000 Soldaten der Alliierten landeten größtenteils mit Schiffen, weitere sprangen mit Fallschirmen ab - und eröffneten damit eine neue Front gegen die deutschen Truppen. Zehntausende Soldaten wurden bei dem gigantischen Militäreinsatz getötet.
O.Krause--BTB