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Wer immer funktioniert, muss nicht noch besser werden
Biden hält trotz Kritik an Präsidentschaftskandidatur fest
Trotz wachsender Kritik auch aus den eigenen Reihen hält US-Präsident Joe Biden weiter an seiner Präsidentschaftskandidatur fest. Auf Seiten der Demokratischen Partei wächst derweil angesichts unsicherer und wenig überzeugender Auftritte Bidens die Nervosität.
"Sollte der Herrgott herabkommen und sagen 'Joe, zieh dich aus dem Rennen', würde ich mich aus dem Rennen zurückziehen'", sagte Biden am Freitag (Ortszeit) in einem Fernsehinterview. "Aber der Herrgott kommt nicht herab." Das Interview mit dem Sender ABC News war Bidens erster Fernsehauftritt seit seinem verheerenden Eindruck beim TV-Duell mit seinem Rivalen Donald Trump vor einer Woche. Dem Interview wurde daher große Bedeutung beigemessen.
Doch das 22-minütige Gespräch schien wenig zur Beruhigung beizutragen, stattdessen warf es weitere Fragen auf. Einige von Bidens Antworten waren zögernd, abschweifend oder schwer zu verstehen - obwohl der Präsident eigentlich versuchte, Zweifel an seiner Geistesschärfe zu zerstreuen.
Von Seiten der Demokraten dauerte die Kritik an Biden an. Mittlerweile fordern fünf demokratische Abgeordnete im Repräsentantenhaus offen Bidens Rückzug aus dem Präsidentschaftsrennen. "Ich glaube nicht, dass der Präsident effektiv gegen Donald Trump Wahlkampf machen und siegen kann", sagte die Abgeordnete Angie Craig am Samstag.
Der Anführer der Demokraten im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, berief für Sonntag eine Videokonferenz ranghoher Abgeordneter ein, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Der demokratische Senator Mark Warner plant Berichten zufolge ein ähnliches Treffen im Senat. Bidens Wahlkampfteam setzte derweil zwei Auftritte des Präsidenten für Sonntag in Pennsylvania an.
Der demokratische Stratege David Axelrod schrieb in einem Beitrag für CNN, Biden befinde sich in einem Zustand aus "Leugnen, Täuschung und Trotz". Wenn dem Präsidenten wirklich klar sei, was bei der Wahl auf dem Spiel stehe, werde er letzten Endes "tun, was die Pflicht und die Liebe für das Land verlangen, und beiseite treten". Sollte Biden das nicht tun, werde die Diskussion über sein Alter den Rest des Wahlkampfes dominieren anstelle der Diskussion um "Trumps moralisches und ethisches Vakuum".
Trump kommentierte in einem Online-Beitrag süffisant, Biden solle ruhig weiter "seine vielen Kritiker ignorieren und mit Eifer und Stärke weitermachen": "Er sollte scharfsinnig, präzise und energisch sein, genau wie er das in der Debatte war".
Biden hatte bei der TV-Debatte mit heiserer Stimme gesprochen, sich wiederholt in seinen Formulierungen verheddert und Sätze nicht beendet. Für sein schwaches Auftreten in der TV-Debatte mit Trump machte der 81-Jährige in dem Interview vom Freitag eine schwere Erkältung verantwortlich und sagte, er habe lediglich einen "schlechten Abend" gehabt.
I.Meyer--BTB