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Baerbock verzichtet auf erneute Kanzlerkandidatur - Lob aus eigener Partei
Bei der Bundestagswahl 2021 war Annalena Baerbock (Grüne) als erste Kanzlerkandidatin ihrer Partei angetreten - für die kommende Bundestagswahl verzichtet die heutige Außenministerin auf eine erneute Kandidatur. "Statt in einer Kanzlerkandidatur gebunden zu sein", wolle sie angesichts der internationalen Krisen ihre Kraft "weiterhin voll und ganz" ihrer aktuellen Aufgabe widmen, sagte Baerbock am Mittwoch laut der offiziellen deutschen Übersetzung des Auswärtigen Amts in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN. Aus den Reihen der Grünen erntete Baerbock für diese Entscheidung viel Lob.
"Die Welt ist offensichtlich eine ganz andere als zur letzten Bundestagswahl", fügte Baerbock in dem Interview am Rande des Nato-Gipfels in Washington hinzu. "Im Lichte des russischen Angriffskriegs und nun auch der dramatischen Lage im Nahen Osten braucht es nicht weniger, sondern mehr Diplomatie", sagte sie. Im Wahlkampf werde sie allerdings "alles tun, um meine Partei zu unterstützen, wie ich es das letzte Mal auch getan habe".
Baden-Württembergs Grüner Ministerpräsident Winfried Kretschmann lobte Baerbock für ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur. "Ich habe großen Respekt vor dieser Entscheidung", sagte Kretschmann dem "Tagesspiegel". Baerbock führe ihr Amt "mit Stärke und Weitblick", fügte er hinzu. Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Britta Haßelmann, nannte Baerbock eine "Teamspielerin durch und durch". Dafür sei sie in der Partei bekannt. "Sie zeigt große Verantwortung, in dieser krisenhaften Zeit und dieser Weltlage ihr Engagement voll und ganz der Außenpolitik zu widmen", sagte Haßelmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).
Ähnlich äußerte sich Europa-Staatssekretärin Anna Lührmann. "So geht Teamplay und Verantwortung in einer von Krisen geprägten Welt", schrieb sie im Onlinedienst X. Es sei eine "sehr verantwortungsvolle und weitsichtige Entscheidung", der Außenpolitik jetzt Priorität zu geben.
Lobende Worte kamen auch aus der Union: Baerbock habe eine "konsequente Entscheidung" getroffen, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), der "Rheinischen Post". Die Partei habe "drängendere Probleme", als die Frage einer Kanzlerkandidatur zu klären.
Baerbock war bei der Bundestagswahl 2021 als Kanzlerkandidatin der Grünen angetreten. Ihr damaliger Co-Parteichef und heutiger Wirtschaftsminister Robert Habeck hatte ihr dabei den Vortritt gelassen. Bei der Wahl landeten die Grünen mit einem Stimmenanteil von 14,8 Prozent hinter SPD und Union.
Im aktuellen "Trendbarometer" des Instituts Forsa im Auftrag von RTL und ntv erreichten die Grünen in dieser Woche Zustimmungswerte von lediglich elf Prozent und landeten damit auf Platz vier. Die Union kam demnach auf 30 Prozent, die AfD auf 17 und die SPD auf 14 Prozent.
J.Horn--BTB