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Vorzeitige Stimmabgabe für Präsidentenwahl in Südkorea begonnen
In Südkorea hat am Donnerstag die Stimmabgabe für die Präsidentschaftswahl begonnen, die durch die kurzzeitige Verhängung des Kriegsrechtes im Land notwendig wurde. Das neue Staatsoberhaupt und der Nachfolger für den den abgesetzten Präsidenten Yoon Suk Yeol wird zwar erst am 3. Juni gewählt, jedoch war am Donnerstag und Freitag eine vorzeitige Stimmabgabe möglich. Als aussichtsreichste Kandidaten gehen der Oppositionskandidat Lee Jae Myung und der konservative ehemalige Arbeitsminister Kim Moon Soo von der regierenden People Power Party (PPP) - die Partei Yoons - ins Rennen.
Yoon hatte Anfang Dezember in einem Haushaltsstreit kurzzeitig das Kriegsrecht verhängt und damit eine politische Krise in Südkorea ausgelöst. Das Parlament in Seoul stimmte daraufhin für die Absetzung Yoons, was das südkoreanische Verfassungsgericht Anfang April bestätigte. Nun hofft das seitdem durch Übergangspräsidenten regierte Land, durch die Wahl eines neuen Staatschefs die Krise zu überwinden.
Alle wichtigen Umfragen sehen Lee von der Demokratischen Partei als klaren Favoriten. Einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup zufolge würden 49 Prozent der Befragten für ihn stimmen. Kim kommt demnach auf 35 Prozent der Stimmen.
In den vergangen Jahren haben zunehmend mehr Südkoreaner von der Möglichkeit der vorzeitigen Stimmabgabe Gebrauch gemacht. Bei der Präsidentschaftswahl 2022 gaben bereits 37 Prozent ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag ab.
Am Donnerstag lag die Wahlbeteiligung bereits bei 19,6 Prozent - und war damit die höchste jemals in Südkorea bei einer vorzeitigen Wahl am ersten Tag erzielte Quote. Auch die Wahlbeteiligung im Ausland erreichte mit vier Fünfteln der insgesamt 1,97 Millionen Wahlberechtigten einen historischen Höchststand.
Auch Oppositionskandidat Lee gab seine Stimme bereits am Donnerstagmorgen in der Hauptstadt Seoul ab. Dort sagte er vor Journalisten: "Es gibt ein Sprichwort, das besagt, dass eine Stimme mehr Macht hat als eine Kugel." Selbst ein Aufstand könne "nur durch die Beteiligung der Bevölkerung an der Wahl wirklich überwunden werden".
Laut einer Gallup-Umfrage gaben mehr als die Hälfte von Lees Anhänger an, dass sie vorzeitig wählen wollten, während dies nur 16 Prozent der Anhänger von Kim vorhatten.
Kim hat angekündigt, dass er seine Stimme in Incheon westlich von Seoul abgeben wird. Seine Entscheidung, vorzeitig zu wählen, hat viele Menschen in rechtsgerichteten Kreisen überrascht, wo Verschwörungstheorien zu Wahlbetrug – insbesondere bei der vorzeitigen Stimmabgabe – weit verbreitet sind.
Der 37-Jährige versicherte seinen Anhängern jedoch, dass es "keinen Grund zur Sorge" gebe. "Wenn Sie zögern, frühzeitig zu wählen, und dann die Hauptwahl verpassen, wäre das ein großer Verlust", sagte der konservative Kandidat.
J.Fankhauser--BTB