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USA geben Sicherheitswarnung für US-Bürger aus - Nordkorea verurteilt US-Angriffe auf Iran
Die USA haben mit Verweis auf den Konflikt im Nahen Osten eine weltweite Sicherheitswarnung für US-Bürger ausgegeben. "Das Außenministerium rät US-Bürgern weltweit zu erhöhter Vorsicht", hieß es am Sonntag in einer Sicherheitswarnung des Ministeriums. Der Iran hatte den USA nach den Angriffen auf seine Atomanlagen mit Vergeltung gedroht. Das wie der Iran von westlichen Sanktionen betroffene Nordkorea verurteilte am Montag die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen.
Die US-Angriffe im Iran wurden in der Erklärung des US-Außenministeriums zunächst nicht explizit erwähnt. Darin hieß es lediglich, der Konflikt zwischen Israel und dem Iran habe "im gesamten Nahen Osten zu Reiseunterbrechungen und zeitweiligen Luftraumsperrungen geführt". Es bestehe zudem "die Möglichkeit von Demonstrationen gegen US-Bürger und -Interessen im Ausland".
Die USA hatten sich in der Nacht zum Sonntag in den Krieg zwischen Israel und dem Iran eingeschaltet und die drei Atomanlagen Fordo, Natans und Isfahan mit B-2-Kampfjets und GBU-57-Bomben angegriffen, die auch unterirdische Ziele zerstören können. US-Präsident Donald Trump hatte damit tagelangen Spekulationen über ein militärisches Eingreifen der USA ein Ende gesetzt.
Zuvor hatte Trump immer wieder betont, dass der Iran keine Atomwaffen erlangen dürfe. Die USA hatten den Iran zudem vor dem Ausbruch des Iran-Israel-Krieges vor über einer Woche zu Verhandlungen über einen Verzicht auf die Urananreicherung gedrängt.
Der US-Verbündete Israel hatte am 13. Juni einen Großangriff auf den Iran gestartet und bombardiert seitdem insbesondere Atomanlagen und militärische Einrichtungen in dem Land. Sein Vorgehen bezeichnet Israel als "präventiv" und begründete es damit, dass der Iran vom Bau einer Atombombe abgehalten werden müsse. Der Iran, der ein Streben nach der Atombombe bestreitet, attackiert Israel seither im Gegenzug mit Raketen und Drohnen.
Der Führung in Teheran drohte Trump nach den US-Angriffen vom Sonntag mit den Worten: "Es wird entweder Frieden geben oder eine Tragödie für den Iran, die weitaus größer ist als das, was wir in den vergangenen acht Tagen erlebt haben." Der Iran sei der "Tyrann des Nahen Ostens", sagte der US-Präsident zudem mit Blick auf die vom Iran finanzierten islamistischen Milizen im Libanon, im Gazastreifen und im Jemen.
Der Iran drohte den USA seinerseits nach den Angriffen auf seine Atomanlagen mit Vergeltung. Ein Berater des geistlichen Oberhauptes Ayatollah Ali Chamenei nannte am Sonntag unter anderem US-Stützpunkte als "legitime Ziele" für Angriffe aus Teheran.
"Jedes Land in der Region oder anderswo, das von amerikanischen Streitkräften für Angriffe auf den Iran genutzt wird, wird von unseren Streitkräften als legitimes Ziel betrachtet", erklärte Ali Akbar Welajati laut der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Die USA hätten "das Herz der islamischen Welt angegriffen" und müssten "mit irreparablen Folgen rechnen.
Die Unsicherheit über einen möglicherweise umfassenderen Krieg zeigte sich derweil auch beim Ölpreis: Zu Handelsbeginn in Asien kletterte der Ölpreis am Montag zeitweise um mehr als vier Prozent nach oben.
Die USA hatten bereits am Samstag mit Evakuierungsflügen aus Israel für ihre Staatsbürger sowie Menschen aus Israel und dem Westjordanland mit ständigem Wohnsitz in den USA begonnen. Sie wiesen zudem das Personal ihrer diplomatischen Vertretungen im Irak und im Libanon an, diese zu verlassen.
Unterdessen meldeten die israelischen Streitkräfte weitere Angriffe auf Dutzende militärische Ziele im Iran. Etwa 20 Kampfjets der israelischen Luftwaffe hätten am Sonntag "nachrichtendienstlich gestützte Angriffe mit über 30 Geschossen auf militärische Ziele im Iran ausgeführt", teilte die israelische Armee mit. Die Angriffe richteten sich demnach gegen "Infrastrukturen für die Lagerung und den Abschuss von Raketen" sowie gegen "militärische Satelliten und Radaranlagen".
Trump bekräftigte derweil "monumentale Schäden" an "allen" von den USA angegriffenen iranischen Atomanlagen. Dies zeigten Satellitenbilder, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. "Vernichtung ist ein zutreffender Begriff", schrieb er. Angaben zu den Bildern, auf die er sich bezog, machte er zunächst nicht. Zum Ausmaß der Zerstörungen an den Urananreicherungsanlagen hatte es zunächst unterschiedliche Angaben gegeben.
Auch einen Machtwechsel im Iran schloss Trump nicht aus. "Es ist politisch nicht korrekt, den Begriff 'Regimewechsel' zu verwenden", erklärte er am Sonntag bei Truth Social. "Aber wenn das derzeitige iranische Regime nicht in der Lage ist, Iran wieder groß zu machen, warum sollte es dann nicht einen Regimewechsel geben?", schrieb er.
In Anlehnung an seinen eigenen Slogan "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder großartig) fügte er in Großbuchstaben hinzu: "Miga!" (Make Iran Great Again).
Das wie der Iran international isolierte Nordkorea verurteilte derweil die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen "aufs Schärfste". Diese stellten "einen schweren Verstoß gegen die UN-Charta und die Achtung der Souveränität dar", erklärte das Außenministerium nach Angaben der der staatlichen nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.
Nordkorea verfügt Experten zufolge über Atomwaffen. Die Regierung von Machthaber Kim Jong Un setzt trotz UN-Sanktionen ihr Atom- und Raketenprogramm fort - unter anderem mit Unterstützung von China und Russland.
H.Seidel--BTB