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Für Ballsaal: US-Präsident Trump lässt Weißes Haus teils abreißen
Abrissbagger am Weißen Haus: US-Präsident Donald Trump lässt für einen Ballsaal mit viel Stuck und Gold einen Teil des historischen Gebäudes abreißen. Im Ostflügel des Weißen Hauses klaffte am Dienstag ein Loch, wie AFP-Fotos zeigen. Kosten soll der Ballsaal 250 Millionen Dollar (rund 214 Millionen Euro), 20 Prozent mehr als ursprünglich veranschlagt. In Onlinemedien warfen Bürger dem Präsidenten Geltungssucht vor.
"Ich freue mich, bekannt geben zu können, dass auf dem Gelände des Weißen Hauses der erste Spatenstich für den Bau des neuen, großen und wunderschönen Ballsaals des Weißen Hauses erfolgt ist", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Arbeiten begannen am Montag (Ortszeit). Mit Hilfe eines Abrissbaggers zerstörten Arbeiter zunächst die Fassade des Ostflügels. Dort befinden sich traditionell die Büros der First Lady, Melania Trump hält sich allerdings nur sporadisch in Washington auf.
In Onlinemedien warfen US-Bürger dem Präsidenten Verschwendung und einen symbolischen Abriss der Demokratie vor. Das Weiße Haus gilt in den USA als "Haus des Volkes".
"Reiche Leute bekommen nun endlich Sitze in der ersten Reihe für den letzten Tanz der Demokratie", spottete ein Nutzer auf X. Ein weiterer kritisierte, die USA litten unter steigender Inflation und Arbeitslosigkeit, während Trump sich einen Palast errichten lasse. Erst am Samstag waren hunderttausende Menschen in zahlreichen Städten unter dem Motto "No Kings" (Keine Könige) gegen Trump auf die Straße gegangen.
Auf Kritik stößt zudem, dass der Präsident ursprünglich behauptet hatte, die Arbeiten würden "das aktuelle Gebäude nicht beeinträchtigen". Der Ballsaal werde in der Nähe des Ostflügels entstehen, ihn aber "nicht berühren", hatte Trump im Juli gesagt. Damit zeige er "absoluten Respekt gegenüber dem bestehenden Gebäude, von dem ich der größte Fan bin", sagte Trump.
Präsidentensprecherin Karoline Leavitt veröffentlichte nun einen Online-Post, der den Kritikern des Abrisses "gespielte Empörung" unterstellt. Das bis zum Jahr 1800 errichtete Weiße Haus sei in den vergangenen 125 Jahren von Präsidenten immer wieder renoviert und umgebaut worden, hieß es darin. So habe sich Präsident Franklin D. Roosevelt einen Pool und Barack Obama einen Basketballplatz bauen lassen. Zudem sei der Ostflügel in seiner jetzigen zweigeschossigen Form erst 1942 entstanden.
Ende Juli hatte das Weiße Haus die Pläne für den Ballsaal veröffentlicht, der Platz für mindestens 650 Besucher bieten soll: Sie zeigen ein weißes Gebäude mit Säulen und einer Fassade, die dem Hauptgebäude des Weißen Hauses gleicht. Die Innenausstattung orientiert sich an Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida, mit üppigen Lüstern, Stuck und vergoldeten Elementen. In diesem Stil hatte Trump bereits das Oval Office umbauen lassen.
Nach Angaben des Weißen Hauses sehnen sich Präsidenten, Regierungen und das Personal des Weißen Hauses "seit 150 Jahren" nach einem prunkvollen Veranstaltungsraum. Trump handele damit alleine "im Interesse zukünftiger Regierungen und des amerikanischen Volkes", hieß es.
Ursprünglich war für den Ballsaal von Kosten in Höhe von 200 Millionen Dollar (rund 172 Millionen Euro) die Rede, inzwischen spricht das Präsidentenbüro allerdings von 250 Millionen Dollar. Finanziert werden soll das Projekt ausschließlich über Spenden.
Trump hatte in der vergangenen Woche ein Galadiner ausgerichtet, um Geldgebern zu danken. Unter den Gästen waren Vertreter von US-Technologieunternehmen wie Amazon, Apple, Meta, Google, Microsoft und Palantir sowie des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin, wie US-Medien berichteten.
Im Sommer hatte Trump bereits den traditionellen Rosengarten des Weißen Hauses zupflastern lassen. Das Gras sei oft zu nass für Veranstaltungen gewesen, hieß es zur Begründung.
I.Meyer--BTB