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Merz will bei Reise nach Indien Abhängigkeit des Landes von Russland verringern
Bei seiner bevorstehenden Reise nach Indien verfolgt Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Ziel, das bevölkerungsstärkste Land der Erde wirtschaftlich wie auch sicherheitspolitisch näher an Europa zu binden. Indien suche derzeit nach Kooperationspartnern im Bereich Sicherheit und Rüstung, hieß es am Samstag aus Regierungskreisen in Berlin. "Dies bietet Chancen, die indische Abhängigkeit von Russland in diesem Bereich zu verringern."
Demnach soll die Zusammenarbeit der indischen und der deutschen Verteidigungsindustrie vertieft werden. Indien sei ein "Schlüsselpartner in Asien". Im Vorfeld der Kanzlerreise hatte das "Handelsblatt" etwa über Fortschritte bei den Verhandlungen über einen U-Boot-Deal mit Indien berichtet. Der U-Boot- und Fregattenbauer Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) soll die indische Marine mit sechs modernen U-Booten ausstatten. Verhandelt wird darüber seit Jahren.
Merz bricht am Sonntag nach Indien auf, wo er am Montag in Ahmedabad im Bundesstaat Gujarat von Premierminister Narendra Modi empfangen werden soll. Der Premier stammt selbst aus Gujarat, das Bundeskanzleramt wertet die Einladung nach Ahmedabad deshalb als "ein besonderes Zeichen der persönlichen Wertschätzung Modis, das bislang nur ausgewählten Regierungschefs zuteil wurde", wie es aus Regierungskreisen hieß.
Begleitet wird der Kanzler von einer Wirtschaftsdelegation aus rund 25 Unternehmen. Am Dienstag ist ein Besuch in der indischen Industrie- und Forschungsmetropole Bangalore und unter anderem ein Besuch in einem dortigen Werk von Bosch geplant. Indien bietet deutschen Unternehmen zudem einen großen Markt und viele gut ausgebildete Fachkräfte.
I.Meyer--BTB