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TÜV-Chef hält Wiederinbetriebnahme von 2021 stillgelegten Akw für machbar
Der TÜV-Verband hält eine rasche Wiederinbetriebnahme der im vergangenen Jahr stillgelegten drei Atomkraftwerke sicherheitstechnisch für machbar und unbedenklich. "Diese Anlagen zählen zu den sichersten und technisch besten Kraftwerken, die es weltweit gibt", sagte Joachim Bühler, geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des TÜV-Verbands, der "Bild"-Zeitung vom Mittwoch. Sie seien "in einem exzellenten Zustand." Die Wiederinbetriebnahme wäre deshalb "keine Frage von Jahren, sondern eher von wenigen Monaten oder Wochen".
Die Atomkraftwerke Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C waren Ende 2021 im Zuge des schrittweisen Atomausstiegs vom Netz gegangen. Seitdem laufen noch drei Reaktoren: Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2. Ihre Erlaubnis zur Stromproduktion endet am 31. Dezember.
Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz forderte die Bundesregierung auf, umgehend neue Brennstäbe für die drei noch laufenden Atomkraftwerke in Deutschland zu beschaffen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) müsse "jetzt endlich handeln, um Stromknappheit im Winter zu vermeiden", sagte Merz den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. In den drei Atomkraftwerken könne angesichts der aktuellen Energiekrise nicht nur ein vorübergehender Streckbetrieb mit den alten Brennstäben aufrechterhalten werden.
"Wir müssen einen Weiterbetrieb so lange ermöglichen, bis die Gefahr eines Engpasses beseitigt ist", forderte Merz. "Die Zeit zur Bestellung neuer Brennstäbe läuft uns aber davon." Das Bundeswirtschaftsministerium geht davon aus, dass die Beschaffung neuer Brennstäbe mehr als ein Jahr dauert.
Zur Wiederinbetriebnahme der drei bereits abgeschalteten Akw sagte TÜV-Vertreter Bühler, natürlich sei der Aufwand für den Weiterbetrieb hier größer als bei den noch aktiven Kernkraftwerken, sagte Bühler. Wie schnell die stillgelegten Kraftwerke wieder ans Netz genommen werden könnten, sei aber "vor allem eine Frage des politischen Willens".
Bei den stillgelegten Kraftwerken müssten "einige Prüfungen und Sicherheitschecks" erfolgen, auch der Zustand der Brennelemente müsste gesondert geprüft werden, sagte der Geschäftsführer des TÜV-Verbands. Allerdings habe in den vom Netz genommenen Kernkraftwerken noch "kein Rückbau" stattgefunden. "Sie wurden auch nicht in Teilen demontiert."
Eine Analyse im Frühjahr habe ergeben, dass lediglich die Brennelemente herausgenommen wurden und im Abklingbecken liegen, sagte Bühler. Daher sei jetzt zu prüfen, "ob sich in den vergangenen zwei, drei Monaten etwas verändert hat". Für den TÜV-Geschäftsführer steht fest: "Die drei Kraftwerke befinden sich nach unserer Überzeugung in einem sicherheitstechnischen Zustand, der es möglich machen würde, sie wieder ans Netz zu nehmen."
Zur Frage, wie lange die drei 2021 stillgelegten, aber auch die drei aktiven Meiler noch am Netz bleiben könnten, sagte Bühler: "Prüferisch wäre es möglich, die Laufzeit der Kraftwerke sowohl um drei Monate als auch um drei Jahre zu verlängern." Demnach könnten die insgesamt sechs Kernkraftwerke bis 2026 am Netz bleiben.
T.Bondarenko--BTB