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Iran macht Öffnung der Straße von Hormus wegen US-Blockade rückgängig
Der Iran hat die kurzzeitige Öffnung der Straße von Hormus nach eigenen Angaben wieder rückgängig gemacht. Die iranische Armeeführung begründete die neuerliche Blockade der immens wichtigen Schifffahrtsstraße am Samstag laut Staatsmedien mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Das US-Militär blockierte bislang nach eigenen Angaben 21 Handelsschiffe in dem Gebiet. Derweil gingen die internationalen Bemühungen um eine dauerhafte Lösung im Iran-Krieg unter Hochdruck weiter.
Mit Blick auf die erneute Blockade der Meerenge berichtete das iranische Staatsfernsehen am Samstag unter Berufung auf die iranische Armeeführung, die "Kontrolle über die Straße von Hormus hat wieder ihren vorherigen Status erreicht". Sie stehe nun erneut "unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte", so lange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten, hieß es.
Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eine Öffnung der Straße von Hormus für Handelsschiffe bekannt gegeben. Durch die Meerenge verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Die Märkte reagierten zunächst erleichtert, der Ölpreis sackte ab, der zuvor wegen der Blockade weltweit massiv angestiegen war.
US-Präsident Donald Trump begrüßte die Öffnung - kündigte aber zugleich an, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Kriegsende bestehen. Daraufhin drohte der Iran mit einer erneuten Sperrung der Meerenge.
Am Freitagabend, nach Irans Ankündigung zur Öffnung der Straße von Hormus, hatten zunächst mehrere Handelsschiffe Kurs darauf genommen, wie Schifftracking-Portale zeigten. Den Daten zufolge kehrten die meisten Schiffe jedoch angesichts der unsicheren Lage wieder um.
Laut Daten des Schifffahrts-Analyseunternehmens Kpler passierten am frühen Samstagmorgen ein Rohöltanker, vier Flüssiggastanker, zwei Öl- und Chemikalientanker sowie ein als "Ölprodukte-Tanker" klassifiziertes Schiff die Straße von Hormus. Die Tracking-Plattform MarineTraffic zeigte zudem mehrere weitere Rohöltanker in der Meerenge nahe der iranischen Insel Larak - einem Kontrollpunkt der Revolutionsgarden für Schiffe, die den Persischen Golf verlassen wollen.
Die US-Streitkräfte hätten seit Beginn ihrer Blockade in dieser Woche bislang 21 Schiffe zum Umkehren aufgefordert, teilte indes das für die Region zuständige US-Zentralkommando Centcom in der Nacht zu Samstag im Onlinedienst X mit. Dazu veröffentlichte es eine Aufnahme von einem im Arabischen Meer patrouillierenden US-Lenkwaffenzerstörer.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar war die Straße von Hormus de facto durch die iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt. Am vergangenen Wochenende war eine erste Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ohne Ergebnis zu Ende gegangen.
Nach Angaben von US-Präsident Trump könnte es bald zu einer zweiten Verhandlungsrunde kommen. Eine Friedensvereinbarung mit dem Iran sei "sehr nah", sagte Trump am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Es gebe bei den Gesprächen "überhaupt keine Knackpunkte" mehr.
Trump hatte zuvor in seinem Onlinedienst Truth Social erklärt, die USA würden "den ganzen Atomstaub bekommen, geschaffen durch unsere großartigen B2-Bomber". Damit bezog er sich auf das angereicherte Uran des Iran und die Angriffe der USA auf iranische Atomanlagen im Juni vergangenen Jahres. Bereits am Donnerstag hatte Trump gesagt, der Iran habe "zugestimmt, uns den Atomstaub zurückzugeben".
Am Freitagabend kündigte Trump sogar an, das iranische Uran in die USA zu bringen. "Wir werden es bekommen, indem wir mit dem Iran reingehen, mit vielen Baggern", sagte Trump in einer Rede in Phoenix im Bundesstaat Arizona. "Wir werden es sehr bald zurück in die USA bringen."
Der Iran dementierte dagegen eine angebliche Bereitschaft zur Übergabe seines angereicherten Urans. "Irans angereichertes Uran wird nirgendwohin transferiert", stellte der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei am Freitag klar.
Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals "Axios" verhandeln Washington und Teheran über einen Plan, demzufolge Washington 20 Milliarden Dollar (fast 17 Milliarden Euro) an eingefrorenen iranischen Geldern freigibt, wenn der Iran im Gegenzug auf sein angereichertes Uran verzichtet.
Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies und versichert, sein Atomprogramm lediglich zur zivilen Nutzung zu betreiben.
Derweil gingen die Bemühungen um einen dauerhaften Frieden in der Region weiter. Pakistans Regierungschef Shebaz Sharif, der in der ersten US-iranischen Gesprächsrunde eine Schlüsselrolle gespielt hatte, beendete eine mehrtägige Reise mit Stopps in Saudi-Arabien, Katar und der Türkei, die sich ebenfalls um Vermittlung bemühen. Pakistans einflussreicher Armeechef Asim Munir beendete zudem einen Vermittlungsbesuch in Teheran.
Ägyptens Außenminister Badr Abdelatty erklärte am Samstag, sein Land arbeite "unermüdlich" an der Seite Pakistans an einer "Förderung der Deeskalation". Ägypten hoffe, "in den kommenden Tagen" ein "endgültiges Abkommen" zwischen den USA und dem Iran zu erzielen.
G.Schulte--BTB