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Eskalation in Straße von Hormus trotz verlängerter Waffenruhe im Iran-Krieg
Trotz der Verlängerung der Waffenruhe zwischen Teheran und Washington durch US-Präsident Donald Trump verschärft sich die Lage in der Straße von Hormus: Zwei Schiffe wurden am Mittwoch in der Kriegsregion beschossen, eines davon von einem iranischen Schnellboot. Zudem gaben die iranischen Revolutionsgarden die Beschlagnahmung zweier weiterer Schiffe in der strategisch wichtigen Meerenge bekannt. Zu den Zwischenfällen kam es, obwohl Trump kurz zuvor die Waffenruhe im Iran-Krieg kurz vor deren Auslaufen vorerst verlängert hatte. Der Iran äußerte sich zunächst nicht dazu.
Die für den weltweiten Ölhandel strategisch wichtige Straße von Hormus wird seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar durch Teheran weitestgehend blockiert. Die USA blockieren ihrerseits iranische Häfen und lassen dort keine Schiffe ein- und auslaufen. Die Meerenge ist ein zentrales Streitthema der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten zu den am Mittwoch beschlagnahmten Schiffe. Der aus Israel stammende Frachter "MSC Francesca" und das Schiff "Epaminondas" hätten versucht, die Straße von Hormus zu passieren und seien an die iranische Küste gelotst worden. Laut Teheran müssen Schiffe, die die Meerenge durchqueren wollen, zuvor eine Genehmigung einholen.
Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) teilte ihrerseits mit, dass ein Containerschiff vor der Küste des Omans "ohne vorherige Funkwarnung von einem Kanonenboot der Streitkräfte der iranischen Revolutionsgarden" beschossen wurde. Das Schiff habe "schwere Schäden" erlitten, die Besatzung sei jedoch "unversehrt". Nach Angaben der Sicherheitsfirma Vanguard Tech handelt es sich um ein unter liberianischer Flagge fahrendes Schiff, "dem die Durchfahrt durch die Straße von Hormus genehmigt worden war". Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete jedoch, das Schiff habe "Warnungen der iranischen Streitkräfte ignoriert".
Ein weiteres Frachtschiff, das aus einem iranischen Hafen ausgelaufen war, wurde ebenfalls beschossen. Durch wen dabei geschossen wurde, war zunächst nicht bekannt. Vanguard Tech zufolge handelt es sich um den Frachter "Euphoria", der unter der Flagge Panamas fährt und die Straße von Hormus verlassen wollte.
Laut US-Präsident Trump gerät der Iran wegen der fortdauernden Sperrung der Meerenge in zunehmende finanzielle Bedrängnis. "Der Iran bricht finanziell zusammen!", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Die Islamische Republik "hungert nach Geld". Dies wurde von Teheran zurückgewiesen.
Am Dienstag hatte Trump bekannt gegeben, er werde die zunächst für zwei Wochen verhängte Feuerpause vorerst verlängern. Dies gelte so lange, bis der Iran einen Vorschlag zur Beendigung des Konflikts vorlege und "die Gespräche in der einen oder anderen Form abgeschlossen werden". Der Vermittler Pakistan habe ihn angesichts der "zersplitterten" iranischen Führung um eine Verlängerung der eigentlich nur bis Mittwoch dauernden Waffenruhe gebeten, fügte Trump hinzu. Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif bedankte sich daraufhin für die Verlängerung der Waffenruhe und forderte beide Seiten auf, die Gespräche fortzusetzen.
In einem späteren Beitrag auf Truth Social warf Trump Teheran vor, die Straße von Hormus offen halten zu wollen, "damit sie 500 Millionen Dollar am Tag verdienen können". Der US-Präsident betonte, die anhaltende US-Blockade iranischer Häfen sei notwendig, um ein Abkommen mit dem Iran schließen zu können.
Vor eineinhalb Wochen waren Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans über ein mögliches Ende des Iran-Krieges ergebnislos geblieben. Beide Seiten warfen sich unter anderem vor, gegen die am 8. April in Kraft getretene Feuerpause verstoßen zu haben.
Neben der Blockade der Straße von Hormus ist die iranische Urananreicherung ein weiterer zentraler Streitpunkt zwischen Washington und Teheran. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach Atomwaffen zu streben. Teheran bestreitet dies.
O.Bulka--BTB