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Nordkoreas Machthaber verkündet "leuchtenden Sieg" im Kampf gegen Corona-Pandemie
Drei Monate nach der Bestätigung der ersten Corona-Fälle in Nordkorea hat Machthaber Kim Jong Un einen "leuchtenden Sieg" im Kampf gegen das Virus verkündet. Die Überwindung der Krise sei ein "Wunder, das in der Geschichte der öffentlichen Gesundheit weltweit beispiellos ist", sagte Kim laut staatlichen Medienberichten vom Donnerstag. Nach Angaben seiner Schwester war Kim während des Corona-Ausbruchs auch selbst erkrankt.
"Der von unserem Volk errungene Sieg ist ein historisches Ereignis, das der Welt ein Mal mehr die Großartigkeit unseres Staates und die unbezwingbare Zähigkeit unserer Bevölkerung zeigt", sagte Kim laut der Nachrichtenagentur KCNA bei einem Treffen mit Gesundheitsvertretern und Wissenschaftlern.
Nordkorea hatte Anfang 2020 nach Beginn der Pandemie seine Grenzen abgeriegelt, um sich vor dem Coronavirus zu schützen. Im Mai hatte das isolierte kommunistische Land dann erstmals einen Ausbruch der Omikron-Variante in der Hauptstadt Pjöngjang bestätigt. Nach Angaben von KCNA wurden insgesamt 4,8 Millionen Infektionen und lediglich 74 Todesfälle gemeldet, was einer äußerst geringen Sterblichkeit entsprechen würde. Jetzt soll es seit dem 29. Juli keinen neuen Fall gegeben haben.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und andere Experten zweifeln die nordkoreanischen Angaben zu dem Omikron-Ausbruch im Mai und der Eindämmung der Ansteckungsfälle stark an. Das Land verfügt laut Experten über eines der schlechtesten Gesundheitssysteme der Welt. Die Krankenhäuser sind mangelhaft ausgestattet und verfügen nur über wenige Intensivstationen. Impfstoffe gegen das Coronavirus oder Medikamente gegen Covid-19 sind gar nicht vorhanden. Nordkorea sprach in Fallberichten immer von "Fieber-Patienten" und nicht von "Covid-Patienten" - womöglich aufgrund mangelnder Testkapazitäten.
Nach Angaben seiner Schwester litt Machthaber Kim während des Corona-Ausbruchs in Pjöngjang auch selbst "unter hohem Fieber". "Aber er konnte sich nicht für einen Augenblick hinlegen und er dachte an die Menschen, für die er verantwortlich ist", sagte Kim Yo Jong laut KCNA in einer Rede.
Es ist das erste Mal, dass Nordkorea eine mögliche Corona-Infektion seines Machthabers erwähnt. Während Kims Schwester in ihrer Rede über die Erkrankung ihres Bruders sprach, blendete KCNA Zuhörer in Uniform ein, die sich Tränen wegwischten oder offen weinten.
Kims mächtige Schwester machte Südkorea für den Corona-Ausbruch in Nordkorea verantwortlich und drohte dem Nachbarland mit Vergeltungsmaßnahmen. Sie sagte in ihrer Rede, von südkoreanischen Aktivisten über die Grenze geschickte Ballons mit Flyern und Geld hätten zu dem Ausbruch geführt.
Viele Länder und die Weltgesundheitsorganisation WHO hätten "die Gefahr der Verbreitung einer Infektionskrankheit durch den Kontakt zu kontaminierten Objekten" anerkannt, sagte Kim Yo Jong demnach. "Es ist besorgniserregend, dass Südkorea Flyer, Geld, schlampige Broschüren und Gegenstände in unsere Region schickt."
Sie sprach von einem "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" und drohte eine "starke Vergeltungsmaßnahme" an: Sollten weitere Ballons von Südkorea aus Richtung Nordkorea lanciert werden, "werden wir nicht nur das Virus auslöschen, sondern auch die südkoreanischen Behörden". Das südkoreanische Wiedereineinigungsministerium wies die "unbegründeten Behauptungen" zurück.
C.Kovalenko--BTB