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Trotz Abkommen: Heftige neue Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah
Heftige gegenseitige Angriffe zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah im Libanon haben das Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Krieges kurz nach dessen Unterzeichnung gefährdet. Das Gesundheitsministerium des Libanon meldete am Freitag mindestens 21 Tote bei neuen israelischen Angriffen im Süden und Osten des Landes. Israel meldete den Tod von vier Soldaten durch Hisbollah-Beschuss. Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, mit diesen Angriffen würden alle Bemühungen zur Beendigung des Krieges untergraben.
Bei den israelischen Angriffen im Süden und Osten des Landes wurden nach jüngsten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 21 Menschen getötet und 39 weitere verletzt. Im Süden richteten sich die Angriffe demnach auf Orte nahe der Stadt Nabatijeh, im Osten gegen Ziele im Bekaa-Tal.
Die israelische Armee hatte zunächst am Freitagmorgen Angriffe auf "Hisbollah-Terroristen und -Infrastruktur in mehreren Gebieten im Südlibanon" gemeldet. Später meldete die Armee den Tod von vier Soldaten bei Hisbollah-Angriffen im Süden des Libanon. Die mit dem Iran verbündete Miliz hatte mitgeteilt, israelische Streitkräfte nahe der Stadt Nabatijeh mit "Raketen und Mörsergranaten" beschossen zu haben.
Später erklärte die israelische Armee, sie habe bei ihren Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon dutzende Kämpfer der pro-iranischen Miliz getötet. Die israelischen Streitkräfte hätten in der Nacht zum Freitag "mehr als 80 Kommandozentralen, Terroristen, Abschussrampen und weitere terroristische Infrastruktur-Standorte in der Gegend von Nabatijeh und weiteren Gebieten im Süden des Libanon, innerhalb der Sicherheitszone und darüber hinaus" getroffen.
Die vom Iran unterstützte Miliz werde für ihre Attacken einen "sehr hohen Preis" zahlen, erklärte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Freitag. Um die Orte im Norden Israels zu schützen, werde Israels Armee "so lange wie nötig in der Sicherheitszone im Süden des Libanon bleiben". Israel werde "keinen Angriff auf unsere Soldaten oder unser Territorium hinnehmen", fügte Netanjahu hinzu.
Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir ging noch weiter und forderte nach dem Tod der Soldaten: "Der gesamte Libanon muss brennen." Die Sicherheit israelischer Staatsbürger sei "nicht verhandelbar".
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warf Israel daraufhin vor, einen "permanenten Krieg" anzustreben. Die Äußerungen Ben Gvirs seien "nicht die Tirade eines einzelnen, wahnsinnigen Völkermörders". Es handele sich vielmehr um "eine öffentliche Erklärung des Ministers für Nationale Sicherheit des israelischen Regimes", schrieb Araghtschi im Onlinedienst X.
Die USA und der Iran hatten am Mittwoch eine Rahmenvereinbarung über ein Ende des Iran-Krieges unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht unter anderem eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region vor, einschließlich des Libanon. Allerdings waren weder Israel noch die Hisbollah-Miliz an den Verhandlungen beteiligt.
Libanons Präsident Aoun erklärte, die jüngsten Gefechte seien "eine gefährliche Eskalation". Damit würden "alle laufenden Bemühungen zur Festigung des Waffenstillstands und zur Beendigung des Krieges untergraben".
Die Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor.
Eine zwischen beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe erkannte die Miliz nie an. Auch die direkten Gespräche über eine langfristige Friedenslösung zwischen den beiden Nachbarländern, die sich offiziell im Kriegszustand befinden, lehnt die Hisbollah ab.
Derweil ermahnte Frankreich Israel zur Einhaltung der Waffenruhe im Libanon. Das US-iranische Abkommen sehe "die Einstellung der Kampfhandlungen vor", sagte Außenminister Jean-Noël Barrot dem Sender France Info am Freitag. "Die israelische Regierung muss es respektieren, und die USA müssen ihrerseits Druck auf die israelische Regierung ausüben, damit dies geschieht."
K.Thomson--BTB