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US-Vertreter: Israel und die Hisbollah einigen sich auf eine Waffenruhe
Zwei Tage nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens über ein Ende des Iran-Krieges haben sich Israel und die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon nach Angaben aus Washington auf eine Waffenruhe verständigt. Die Feuerpause sei von Vermittlern aus Katar und den USA ausgehandelt worden, nachdem sie mit den Regierungen Israels und des Iran gesprochen hatten, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP am Freitag. Beirut meldete derweil mindestens 47 Tote bei den jüngsten israelischen Angriffen.
Die Waffenruhe trat den Angaben aus Washington zufolge um 16.00 Uhr (Ortszeit, 15.00 Uhr MESZ) in Kraft. Ein Diplomat eines Golfstaates bestätigte die Einigung auf eine Feuerpause. Die heftigen gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah hatten das am Mittwoch unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran gefährdet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht.
Bei den israelischen Angriffen im Süden und Osten des Landes wurden nach jüngsten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 47 Menschen getötet und 97 weitere verletzt. Unter den Toten seien mindestens sieben Frauen und zwei Kinder. Im Süden richteten sich die Angriffe demnach auf Orte nahe der Stadt Nabatijeh, im Osten gegen Ziele im Bekaa-Tal.
Israel meldete den Tod von vier Soldaten im Südlibanon durch Hisbollah-Beschuss. Die mit dem Iran verbündete Miliz hatte mitgeteilt, israelische Streitkräfte nahe der Stadt Nabatijeh mit "Raketen und Mörsergranaten" beschossen zu haben.
Später erklärte die israelische Armee, sie habe bei ihren Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon dutzende Kämpfer der pro-iranischen Miliz getötet. Die israelischen Streitkräfte hätten in der Nacht zum Freitag "mehr als 80 Kommandozentralen, Terroristen, Abschussrampen und weitere terroristische Infrastruktur-Standorte in der Gegend von Nabatijeh und weiteren Gebieten im Süden des Libanon, innerhalb der Sicherheitszone und darüber hinaus" getroffen.
Die vom Iran unterstützte Miliz werde für ihre Attacken einen "sehr hohen Preis" zahlen, erklärte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu am Freitag. Um die Orte im Norden Israels zu schützen, werde Israels Armee "so lange wie nötig in der Sicherheitszone im Süden des Libanon bleiben". Israel werde "keinen Angriff auf unsere Soldaten oder unser Territorium hinnehmen", fügte Netanjahu hinzu.
Der rechtsextreme israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir forderte nach dem Tod der Soldaten: "Der gesamte Libanon muss brennen." Die Sicherheit israelischer Staatsbürger sei "nicht verhandelbar".
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi warf Israel daraufhin vor, einen "permanenten Krieg" anzustreben. Die Äußerungen Ben Gvirs seien "nicht die Tirade eines einzelnen, wahnsinnigen Völkermörders". Es handele sich vielmehr um "eine öffentliche Erklärung des Ministers für Nationale Sicherheit des israelischen Regimes", schrieb Araghtschi im Onlinedienst X.
Die USA und der Iran hatten am Mittwoch eine Rahmenvereinbarung über ein Ende des Iran-Krieges unterzeichnet. Die Vereinbarung sieht unter anderem eine sofortige Waffenruhe in der gesamten Region vor, einschließlich des Libanon. Allerdings waren weder Israel noch die Hisbollah-Miliz an den Verhandlungen beteiligt.
Die Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor. Eine zwischen beiden Ländern vereinbarte Waffenruhe erkannte die Miliz nie an. Auch die direkten Gespräche über eine langfristige Friedenslösung zwischen den beiden Nachbarländern, die sich offiziell im Kriegszustand befinden, lehnt die Hisbollah ab.
Das Auswärtige Amt in Berlin hatte schon zuvor von beiden Seiten die Einhaltung der im Rahmenabkommen vereinbarten Waffenruhe gefordert. Dies könne "ein Schlüsselelement sein", um bei dem Rahmenabkommen und dessen Umsetzung voranzukommen.
G.Schulte--BTB