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Wadephul will mit Rubio über neue Lastenteilung in der Nato sprechen
Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) will bei seinem Besuch in Washington mit seinem US-Kollegen Marco Rubio über eine neue Lastenteilung innerhalb der Nato beraten. "Die USA sind und bleiben unser wichtigster Partner außerhalb Europas", erklärte Wadephul am Montag vor seiner Abreise nach Washington. Die euro-atlantische Sicherheit hänge entscheidend davon ab, "dass wir auch in Zukunft so entschlossen wie bisher in der Nato zusammenstehen".
"Aus gutem Grund wagt Putins Russland nicht, ein Nato-Mitglied anzugreifen: Unsere kollektive Abschreckung wirkt", fügte Wadephul mit Blick auf Kreml-Chef Wladimir Putin hinzu. Mit Rubio werde er in Washington darüber sprechen, "wie wir beim Nato-Gipfel kommende Woche in Ankara eine neue Lastenteilung im Bündnis und eine stabile, langfristige Unterstützung der Ukraine erreichen können".
Die Ukraine bedürfe einer Unterstützung durch ihre westlichen Verbündeten, "die Moskau zur Erkenntnis gelangen lässt, dass es endlich Zeit ist, das Töten in der Ukraine zu beenden und an den Verhandlungstisch zu kommen", erklärte Wadephul. Die Ukraine sei längst zu Frieden bereit - und Europa sei bereit, sie dabei "nach Kräften zu begleiten".
Auch eine Beilegung des Iran-Kriegs sei im Interesse aller Nato-Länder, fügte Wadephul hinzu. "Mit Blick auf die destabilisierende Rolle des Iran im Nahen und Mittleren Osten und darüber hinaus eint uns das Ziel, dass aus der Rahmenvereinbarung zwischen den USA und Iran eine dauerhafte und tragfähige Lösung entstehen kann", warb Wadephul für ein endgültiges Abkommen.
Zum Nato-Gipfel werden am 7. und 8. Juli die Staats- und Regierungschefs der 32 Nato-Mitgliedstaaten erwartet. Das Verhältnis zwischen den USA und ihren Verbündeten ist in vielerlei Hinsicht angespannt. Washington dringt seit langem darauf, dass die europäischen Nato-Staaten mehr Verantwortung für die Verteidigung des Bündnisgebiets übernehmen. Die USA haben in diesem Zusammenhang angekündigt, ihre Truppenpräsenz in Europa zu reduzieren.
Überdies beschwert sich US-Präsident Donald Trump über die Haltung der europäischen Nato-Partner zum Iran-Krieg und wirft ihnen vor, sie hätten die USA im Stich gelassen. Im Gegenzug drohte Trump mehrfach, die Nato-Partner im Ernstfall nicht zu unterstützen.
Bei der Ukraine fuhren die USA seit dem Amtsantritt von Trump im Januar 2025 ihre Militärhilfe zurück und übten zwischenzeitlich Druck auf Kiew aus, den russischen Forderungen weit entgegen zu kommen. Seit dem Beginn des Iran-Krieges Ende Februar sind die US-Bemühungen um eine Beilegung des Ukraine-Krieges, bei denen sie die Europäer vielfach außen vor ließen, in den Hintergrund getreten.
S.Keller--BTB