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Anschläge auf Umspannwerke: Bei Fahndung nach Verdächtigem Wohnhaus durchsucht
Im Zusammenhang mit den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen am Freitag zu mehreren Einsätzen ausgerückt. Zuvor waren Schreiben aufgetaucht, in denen sich ein Mann zu den Sabotageaktionen bekannte. Das Haus in der Stadt Gevelsberg, in dem der mutmaßliche Verfasser gemeldet ist, wurde durchsucht.
Dabei waren Polizeikräfte aus Köln und Brandenburg im Einsatz, wie die Staatsanwaltschaften Cottbus und Köln sowie die Polizeibehörden in Brandenburg und Köln zusammen mitteilten. Auch an den Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, die im Bekennerschreiben genannt seien, waren demnach Beamte postiert. Ein Einsatz fand am Umspannwerk bei Weisweiler in der Nähe von Aachen statt, hier ging die Polizei Hinweisen nach.
Die ersten Anschläge auf Umspannwerke waren am Dienstag verübt worden, zunächst im brandenburgischen Jänschwalde. Dabei kamen laut Netzbetreiber 50Hertz "selbstgebaute Flugkörper, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln", zum Einsatz.
Am Dienstagabend folgte ein Anschlag auf ein Umspannwerk im nordrhein-westfälischen Bergheim. Auch dort wurden Abschussvorrichtungen für pyrotechnische Gegenstände gefunden. Mit solchen Vorrichtungen wurde in beiden Umspannwerken leitfähiges Material in Leitungen geschossen, was Kurzschlüsse auslöste.
Womöglich sollte auch in der Nähe von Dormagen ein solcher Anschlag stattfinden, der aber scheiterte. Dort rückte am Donnerstagabend die Polizei aus, weil ein Spaziergänger einen verdächtigen Gegenstand gefunden hatte. Es sieht den Ermittlern zufolge so aus, als sei dies ebenfalls eine solche Abschussvorrichtung.
Sie baten um Zeugenhinweise. Möglicherweise seien Spaziergängern im Bereich von Umspannwerken Menschen oder Fahrzeuge aufgefallen, erklärten sie. Auch Bilder oder Videos seien besonders interessant. Um Informationen sicher übermitteln zu können, wurde das sogenannte Hinweisportal NRW im Internet aktiviert.
Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte dem Westdeutschen Rundfunk (WDR): "Es spricht vieles dafür, dass das alles aus einer Hand oder aus einem Konzept gemacht worden ist." Auch spreche vieles dafür, dass ein Mensch dahinter steckt, dessen Namen wir kennen."
Die in den Schreiben genannten Stellen seien in der Nacht zu Freitag angeschaut worden. "Und tatsächlich: Das war kein Fake", sagte Reul dem Sender. "An bestimmten, an mehreren Stellen in Nordrhein-Westfalen hat er solche Anlagen aufgebaut, das steht fest."
Entwarnung gab derweil die Polizei in Niedersachsen nach einem Einsatz an einem Umspannwerk in Ganderkesee. Dort sei in der Nacht nur ein offener Schaltschrank festgestellt worden, teilten die Beamten in Delmenhorst mit. Aufgrund der "besonderen Bedeutung" der Anlage sei das Gelände sofort "umfassend überprüft" worden. Beschädigungen seien dabei ebenso wenig entdeckt worden wie Menschen.
W.Lapointe--BTB