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Angriff am helllichten Tag: Russische Drohne trifft Geheimdienst-Zentrale in Kiew
Am helllichten Tag ist der Sitz des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU im Zentrum von Kiew von einer russischen Drohne getroffen worden. Der Angriff am Freitag habe "direkt" auf das Büro des Geheimdienstchefs gezielt, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Onlinedienst Telegram. Nach Behördenangaben wurden zwölf Menschen verletzt. Der Angriff erfolgte kurz vor einem Besuch der US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner in Kiew.
SBU-Chef Oleksandr Poklad blieb bei dem Angriff unverletzt. Bei einem Treffen mit Poklad beauftragte Selenskyj den Geheimdienstchef nach eigenen Worten, "eine angemessene und spürbare Antwort" auf den russischen Angriff zu entwickeln. Diese solle die russische Attacke "nach Möglichkeit spiegeln".
Nach Angaben des Kiewer Bürgermeisters Witali Klitschko wurden bei dem Angriff im Stadtzentrum mindestens zwölf Menschen verletzt. AFP-Reporter sahen mehrere Krankenwagen nahe dem Gebäude im Herzen der ukrainischen Hauptstadt, aus dem Gebäude quoll dichter Rauch. Der SBU spielt eine wichtige Rolle bei der ukrainischen Verteidigung gegen den seit viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg.
Russland verstärkte zuletzt seine Angriffe auf Kiew und greift dabei zunehmend auch tagsüber an. Dabei setzt die russische Armee auch Jet-Drohnen ein, die für die Luftabwehr schwerer abzufangen sind. Angriffe auf Regierungsgebäude im Zentrum von Kiew sind jedoch selten.
Der Angriff auf die SBU-Zentrale stelle eine "schwere Eskalation" dar und erfordere "entschlossene Antworten", erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha. Moskau habe den Angriff gestartet, während gerade "ein neuer Vorstoß für Frieden" laufe, betonte der Außenminister. Die russische Regierung demonstriere damit ihre "Ablehnung jeder Diplomatie".
Am Donnerstag hatte Selenskyj erklärt, US-Präsident Donald Trump wolle seine Unterhändler zu neuen Gesprächen nach Moskau und Kiew schicken. Ein ukrainischer Regierungsvertreter sagte AFP am Freitag, Trumps Golfpartner Witkoff und der Präsidenten-Schwiegersohn Kushner würden am Sonntag in Kiew erwartet. Es wäre ihr erster Besuch in der ukrainischen Hauptstadt. Die beiden US-Gesandten waren bereits mehrfach nach Moskau gereist, um über ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu sprechen.
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs waren die Bemühungen des US-Präsidenten um eine Verhandlungslösung im Ukraine-Krieg in den vergangenen Monaten ins Stocken geraten.
B.Shevchenko--BTB