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Huthi-Miliz im Jemen greift erneut Ziele in Saudi-Arabien an
Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben erneut Ziele im benachbarten Saudi-Arabien angegriffen. Als Vergeltung für Angriffe Riads habe die Miliz "Hangars für Kampfflugzeuge, Radare, Start- und Landebahnen sowie Munitionslager" auf dem Luftwaffenstützpunkt König Chalid in der saudiarabischen Stadt Chamis Muschait attackiert, erklärte der Huthi-Sprecher Jahja Saree am Montag. Die iranische Regierung wies derweil jede Verwicklung in den Krieg im Jemen zurück. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen verurteilte die "unerbittlichen Angriffe durch Stellvertreter des Iran".
Saree warf Saudi-Arabien vor, "mehr als 300 Luftangriffe in den vergangenen fünf Tagen" im Jemen ausgeführt zu haben.
Als Reaktion auf die Angriffe der Huthis sprach der saudiarabische Zivilschutz Warnungen in den benachbarten Städten Chamis Muschait und Abha aus. Ein Einwohner von Chamis Muschait sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe "heftige Explosionen" gehört, die Brände ausgelöst hätten, die "lange Zeit" angedauert hätten.
Teheran dementierte derweil eine Verwicklung in den Krieg im Jemen. "Der Iran mischt sich nicht in jemenitische Angelegenheiten ein", sagte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Bakaei, vor Journalisten. Die Huthis seien "völlig unabhängige Akteure, die ihre Entscheidungen auf Grundlage ihrer eigenen Interessen selbst treffen."
Die Huthi-Miliz hatte in den vergangenen Tagen eine groß angelegte Offensive gestartet und bei Kämpfen gegen die jemenitischen Regierungstruppen die gesamte Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet.
Die Huthis kontrollieren bereits weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa. Die Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen.
Teheran hatte in der Vergangenheit damit gedroht, "neue Fronten" im Krieg in der Region zu eröffnen, darunter in der Meerenge Bab al-Mandab. Experten sind jedoch uneins darüber, in welchem Ausmaß Teheran hinter den neuen Angriffen der Huthis steht.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen sprach von "unerbittlichen Angriffen durch Stellvertreter des Iran". Die EU stehe "in Solidarität mit unseren Golfpartnern", erklärte von der Leyen im Onlinedienst X. "Wir alle haben daran ein Interesse", fügte sie hinzu.
Unterdessen wurden Teheran zufolge ein für diesen Montag im Oman geplantes Treffen von Golfstaaten zur Straße von Hormus auf Wunsch Saudi-Arabiens vertagt, das die Kämpfe im Jemen als Grund angeführt hatte. "Es trifft zu, dass Saudi-Arabien darum gebeten hat, dieses Treffen zu verschieben", sagte Bakaei. "Das jemenitische Thema als Grund anzuführen, ist ein falscher Vorwand", kritisierte der iranische Außenamtssprecher.
K.Thomson--BTB