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Forsa weist Zweifel von Merz-Sprecher an Seriosität von Umfragen zurück
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat Zweifel des Sprechers von Kanzler Friedrich Merz (CDU) an der Seriosität seiner Umfragen zurückgewiesen. Die Kritik "an der Arbeit seriöser Institute ist unberechtigt", sagte Forsa-Gründer Manfred Güllner dem Portal The Pioneer nach Angaben vom Donnerstag. Wer Umfragen pauschal diskreditiere, ignoriere ihre demokratische Funktion. Er empfahl der von Merz geführten Regierung, "die große Unzufriedenheit der Bundesbürger mit seiner bisherigen Arbeit ernst zu nehmen".
Anlass für die Kritik von Merz-Sprecher Stefan Kornelius war eine Forsa-Umfrage für die Sender RTL und ntv, die am Dienstag veröffentlicht wurde. In ihr zeigten sich nur noch zehn Prozent der Befragten mit der Arbeit des CDU-Kanzlers zufrieden. Dies ist ein historisches Tief. Ein Journalist stellte in der Regierungspressekonferenz am Mittwoch die Frage, wie verhindert werden könnte, dass die Werte für Merz bald einstellig ausfallen.
Umfragewerte seien "Momentaufnahmen", die Merz bei dem Ziel, in Deutschland Reformen umzusetzen, "nicht irritieren" würden, entgegnete darauf Kornelius. Bei solchen in schneller Folge gemachten Erhebungen sei ohnehin die Frage, "wie sie vernünftig und seriös zustande kommen". Denn "keines dieser Institute, die in dieser Frequenz Umfragen auf den Tisch legen", habe "die Finanzressourcen, um solche Umfragen durchzuführen".
Deswegen sollten alle "sehr vorsichtig mit diesem Instrument umgehen", sagte Kornelius. "Ich glaube, die demoskopischen Grundlagen für viele Umfragen, nicht für alle Umfragen, können auch eine nähere Betrachtung durchaus vertragen." Erhebungen "in der Schlagzahl" gäben es "nicht her, dass daraus valide Ableitungen gezogen werden können".
Forsa-Chef Güllner widersprach dieser Darstellung. Die Erkenntnisse aus Umfragen seien keine Erfindung der Meinungsforscher, sondern gäben lediglich wieder, was die befragten Menschen den Instituten anvertrauten, sagte er The Pioneer. Er warten dabei, eine Politik, die über die Köpfe der Menschen hinweg gemacht werde, sei auf Dauer nicht mehrheitsfähig.
Güllner, der Forsa 1984 gegründet hatte, räumte jedoch ein, dass Kornelius’ Kritik auch teilweise zutreffe. Es gebe auch "schwarze Schafe in der Branche", deren Datenerhebung mit der Realität nicht übereinstimme. Kritik übte Güllner auch an "der unkritischen, lautstarken Verbreitung solch verzerrter Daten in einigen Medien".
O.Lorenz--BTB