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Australien verschärft Regeln: Touristen droht bei Überschreiten von Visum-Dauer Abschiebehaft
Drastische Konsequenzen beim Überschreiten der Aufenthaltserlaubnis: Das bei Reisenden beliebte Australien hat am Freitag eine deutliche Verschärfung seiner Visa-Bestimmungen im Rahmen einer größeren Einwanderungsreform angekündigt. Wer etwa die Gültigkeitsdauer seines Visums überschreite, müsse künftig im Zuge der neuen Vorschriften mit Abschiebehaft rechnen, sagte Australiens Vize-Außenminister Matt Thistlethwaite am Freitag im Sender News24. Die Regierung wolle damit die Zahl derer verringern, die länger in Australien bleiben als erlaubt.
Zuletzt war diese Zahl demnach auf 77.000 Menschen gestiegen. Die abschreckende Maßnahme soll dem Vize-Außenminister dafür sorgen, "dass sich die Menschen an die Auflagen halten". Dies sei dann der Fall, wenn "sich herumgesprochen hat: 'Hey, ich habe mein Touristenvisum um ein paar Wochen überschritten, wurde aufgegriffen und habe ein paar Wochen in der Abschiebehaft verbracht - das ist kein schöner Ort, ich gehe nach Hause'". Menschen, die kein Aufenthaltsrecht in Australien hätten, würden abgeschoben, fügte er hinzu.
Canberra hatte die Neuregelungen am Donnerstag angekündigt. Sie sehen überdies die Einführung eines Losverfahrens für das bei jungen Rucksackreisenden beliebte Programm "Working Holiday" vor. Zudem soll die Einreise von Angehörigen unterbunden werden, die Studierende begleiten.
Die regierende Labour-Partei bestreitet, dass sie die Visa-Bestimmungen als Reaktion auf den Aufstieg der rechtspopulistischen Partei One Nation verschärft. Diese hat in diesem Jahr stark an Zustimmung gewonnen. Sie fordert eine drastische Reduzierung der Einwanderung und ist zu einer der beliebtesten Parteien des Landes geworden.
Erin McLeod vom australischen Tourismusverband Australian Tourism Industry Council kritisierte die Überlegungen zum Gewahrsam von Touristen als abträglich für Australiens Image. "Ich glaube nicht, dass dies unserem Ruf als gastfreundliches Reiseziel zuträglich ist", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. "Es kann sogar ziemlich schädlich sein", fügte sie hinzu und verwies auf die wichtige Rolle des Tourismus für die australische Wirtschaft.
C.Kovalenko--BTB