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Neue Proteste im Kosovo nach Kriegsverbrecher-Urteil gegen Ex-Präsident Thaci
Im Kosovo haben erneut tausende Menschen gegen die Verurteilung des früheren Präsidenten Hashim Thaci wegen Kriegsverbrechen protestiert. Angeführt von Veteranen von Thacis Kosovo-Befreiungsarmee UCK versammelten sich die Demonstranten am Freitag auf einem zentralen Platz der Hauptstadt Pristina. Viele Protestteilnehmer trugen Militärkleidung und schwenkten die Fahne der UCK. "Wir fordern, dass das Gericht diese Entscheidung aufhebt", rief UCK-Veteran Nasim Haradinaj.
Das Kosovo-Sondertribunal in Den Haag hatte Thaci am Mittwoch wegen Kriegsverbrechen im Kosovo-Krieg zu 25 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht befand den von vielen Menschen im Kosovo bis heute verehrten früheren UCK-Anführer unter anderem der "rechtswidrigen Festnahme, Folter, des Mordes und grausamer Behandlung" schuldig. Der 58-Jährige will Berufung gegen das Urteil einlegen.
Die albanisch-kosovarische UCK hatte im Kosovo-Krieg in den Jahren 1998 und 1999 für die Unabhängigkeit des Kosovo von Serbien gekämpft. Bei dem blutigen Konflikt wurden rund 13.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Kosovo-Albaner. Für viele Menschen im Kosovo sind Thaci und die UCK verehrte Symbole der Unabhängigkeitsbewegung.
Der 2016 zum Präsidenten gewählte Thaci war 2020 nach der Anklageerhebung von dem Amt zurückgetreten und hatte sich dem Gericht in Den Haag gestellt. Er hat stets Fehlverhalten während des Kosovo-Krieges bestritten und den Konflikt als "gerechten" Aufstand gegen serbische Unterdrückung bezeichnet.
Das Kosovo hatte sich 2008 für unabhängig von Serbien erklärt. Die Regierung in Belgrad erkennt dies bis heute nicht an.
L.Dubois--BTB