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Trump will "KI Force" ins Leben rufen und greift KI-Kritiker erneut scharf an
In der Debatte um Künstliche Intelligenz (KI) hat US-Präsident Donald Trump die Schaffung einer neuen Regierungsinstanz für KI angekündigt, zugleich aber Forderungen nach einem Abbremsen der rasanten Entwicklung der Technologie erneut eine Abfuhr erteilt. Er werde eine "KI Force" einrichten und "sehr bald" die Nominierung eines "KI-Zaren" verkünden, erklärte Trump am Samstag in seinem Online-Dienst Truth Social. Seine Regierung werde aber "das Wachstum dieser unglaublichen Industrie nicht in irgendeiner Weise behindern oder drosseln".
Die "KI Force" solle sich nach dem Modell der von ihm ins Leben gerufenen Weltraum-Truppe "Space Force" um "schlechte Akteure" kümmern, schrieb Trump weiter. Kritikern der Technologie warf er vor, sie wollten "die Dezimierung oder Zerstörung von KI". "Ich, als Präsident der Vereinigten Staaten, werde nicht untätig daneben stehen und das zulassen." Trump schrieb weiter, seine Regierung werde stattdessen die KI "hegen, ihr helfen und auf sie aufpassen, während sie wächst!". Er warf den oppositionellen Demokraten vor, Falschinformationen in der Sache zu verbreiten.
Trump steht mit seiner Haltung im Widerspruch zu einer wachsenden öffentlichen Skepsis gegenüber der neuen Technologie und auch zu Warnungen der Chefs der führenden KI-Unternehmen in den USA. Erst vor wenigen Tagen hatte der 80-jährige Präsident von einer "kranken Verschwörung" gegen KI gesprochen und sich selbst als beste Kontrollinstanz für die Technologie bezeichnet.
Trump gibt als Grund für seine ungebremste Unterstützung von KI an, dass die USA ihren Vorsprung bei der Technologie vor China nicht einbüßen dürften. Künstliche Intelligenz wird voraussichtlich auch eines der Themen bei dem am Mittwoch beginnenden Staatsbesuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in Washington sein. Am Donnerstag lädt Trump nach seinem Gespräch mit Xi am Abend den chinesischen Präsidenten und die Chefs der führenden Tech-Unternehmen zu einem Staatsbankett ins Weiße Haus.
KI-Rechenzentren sind zu einem wichtigen Thema vor den US-Kongresswahlen im November geworden. Immer mehr US-Bürger stehen Rechenzentren wegen ihres immensen Energieverbrauchs mittlerweile skeptisch gegenüber. In den vergangenen Wochen hatten sich zudem KI-Größen wie OpenAI und Anthropic aus Sicherheitsgründen für eine Pause bei der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz ausgesprochen. Auch der Trump unterstützende Techunternehmer Elon Musk schloss sich den Warnungen an. Manche KI-Experten warnen sogar vor einer Auslöschung der Menschheit durch KI im nächsten Jahrzehnt, falls die Entwicklung so unkontrolliert fortgesetzt werde.
Der Trump-Kritiker und demokratische Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, unterzeichnete derweil am Freitag (Ortszeit) ein Dekret, das als eine Möglichkeit zur Kontrolle von KI eine Art Notschalter vorsieht. Dieser "kill switch" könnte ein KI-System bei Gefahr stoppen oder isolieren. Eine Reihe von großen KI-Unternehmen sind im Silicon Valley in Kalifornien angesiedelt.
Newsom erklärte, während Präsident Trump und der Kongress in Washington schliefen, übernehme er selbst eine Führungsrolle, um "KI-Sicherheit für alle Amerikaner zu stärken". Mit dem Dekret beruft der Gouverneur zunächst "eine Gruppe weltweit führender Experten ein, die innerhalb von zwei Monaten einen Leitfaden für Kalifornien ausarbeiten sollen", um die Gesetze zur Sicherheit im KI-Bereich zu verbessern.
Am Wochenende wurden zudem zwei weitere Zwischenfälle mit Künstlicher Intelligenz bekannt. Laut einem Bericht des US-Senders CNN führte ein mithilfe von KI erstellter, fehlerhafter US-Geheimdienstbericht im Frühjahr fast dazu, dass inmitten des Iran-Kriegs das US-Militär ein chinesisches Schiff gestürmt hätte. Der Einsatz im Mittleren Osten wurde demnach abgebrochen, nachdem Beamte herausfanden, dass ein von einem Analysten genutzter KI-Chatbot die Ladung des Schiffes fälschlicherweise als Komponenten für Atomwaffen identifiziert habe. Dies hätte im Frühjahr "fast einen Krieg verursacht". meldete CNN.
Nach spektakulären Vorfällen bei anderen Tech-Unternehmen musste auch der Internet-Gigant Google Sicherheitsprobleme bei einem Test seines KI-Modells Gemini melden. Googles KI-Modell fand nach Angaben des Unternehmens "öffentlich zugängliche Informationen im Netz und erriet Anmeldedaten, um auf Websites zuzugreifen, von denen es annahm, dass sie Teil des Tests seien". In allen drei Fällen habe Gemini den Vorgang selbstständig beendet, hieß es.
Trump fragte derweil in einem weiteren Post am Samstag, ob Künstliche Intelligenz überhaupt der richtige Begriff für die Technik sei. Er schlug eine Abstimmung über drei alternative Bezeichnungen vor: Überlegene Intelligenz, Extreme Intelligenz oder Höchste Intelligenz. "Das ist eine Umfrage und ich würde es begrüßen, wenn alle abstimmen", schrieb er. "Was ist der beste Name für diese immer weiter wachsende 'Revolution'?"
G.Schulte--BTB