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USA warnen vor Eskalation im Konflikt zwischen Saudi-Arabien und Huthi-Miliz
Nach Angriffen der Huthi-Miliz auf die saudiarabische Hauptstadt Riad haben die USA vor einer Eskalation des Konflikts zwischen Saudi-Arabien und der vom Iran unterstützten Miliz im Jemen gewarnt. Die militärischen Auseinandersetzungen könnten "rasch eskalieren", erklärte das US-Außenministerium in Washington am Samstag (Ortszeit). Zuvor hatten die Huthis erstmals Ziele in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen am Roten Meer angegriffen.
US-Staatsangehörige, die sich noch nicht in der Golfregion aufhalten, sollten Reisen dorthin "ernsthaft überdenken", hieß es in der Erklärung des Außenministeriums, in der unter anderem auf Angriffe auf zivile Flughäfen verwiesen wurde.
US-Präsident Donald Trump, der eigentlich das ganze Wochenende in Camp David, dem Präsidenten-Landsitz im Bundesstaat Maryland, verbringen wollte, kehrte am Samstag vorzeitig ins Weiße Haus in Washington zurück. Die US-Regierung gab keinen Grund für seine vorzeitige Rückkehr an. Neben der Eskalation in der Golfregion könnte dies auch mit erwarteten Gewittern zusammenhängen.
In Riad hatte es am Samstag zwei Mal heftige Explosionen gegeben. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, geriet in der Nähe des Flughafens ein Öltank mit dem Logo des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Brand. Feuerwehrleute versuchten demnach, den Brand zu löschen, während schwarzer Rauch aufstieg.
"Ich habe die Sirenen gehört, dann haben meine Fenster gewackelt", berichtete ein Einwohnerin Riads AFP. Ein anderer beschrieb den Angriff als "angsteinflößend".
Die von Riad angeführte internationale Koalition erklärte am Samstagabend auf X, eine von den Huthis auf die Hauptstadt gestartete Rakete sei "erfolgreich abgewehrt und zerstört" worden. Die pro-iranischen Kämpfer hätten versucht, "Zivilisten und zivile Infrastruktur" in mehreren Städten im Westen des Königreichs anzugreifen, darunter den für den Export von Öl wichtigen Hafen von Janbu am Roten Meer. Die Angriffe seien "von der Luftabwehr der Golfmonarchie vereitelt worden", hieß es.
Die saudiarabischen Behörden hatten in der Nacht erstmals seit dem Wiederaufflammen der Kämpfe mit der Huthi-Miliz im Jemen wieder eine Warnung vor Angriffen auf Riad herausgegeben.
Huthi-Sprecher Jahja Saree schrieb auf Telegram, die Kämpfer der Miliz hätten mithilfe "einer großen Anzahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper sowie Drohnen" zwei erfolgreiche Militäreinsätze ausgeführt.
Der erste Angriff habe sich gegen "wichtige Einrichtungen" in Riad gerichtet, der zweite habe auf Anlagen des Ölkonzerns Aramco in der Hafenstadt Janbu am Roten Meer abgezielt, erklärte der Huthi-Sprecher. Die Angriffe seien eine Reaktion auf Versuche Saudi-Arabiens, Jemens Hauptstadt Sanaa ins Visier zu nehmen.
Saudi-Arabien hatte auf das Vorrücken der Huthis im Jemen mit zahlreichen Luftangriffen auf von den Huthis kontrollierte Gebiete reagiert. Es konnte den Vormarsch der Miliz in Richtung Rotes Meer jedoch nicht aufhalten. Am Mittwoch hatte Saudi-Arabien der Miliz vorgeworfen, die heilige Stadt Mekka angegriffen zu haben. Die Huthis wiesen dies als "Lüge" zurück.
Laut dem Nachrichtenportal "Axios" lehnten die USA in der vergangenen Woche eine saudiarabische Anfrage ab, Luftangriffe gegen die Huthis zu fliegen. Washington genehmigte indes am Donnerstag den Verkauf von 48 F-35-Kampfflugzeugen an das Königreich.
Der türkische Außenminister Hakan Fidan verurteilte die Huthi-Angriffe. Sein Land habe mit Saudi-Arabien und Pakistan - den Partnern des jüngst geschlossenen Mekka-Abkommens - Gespräche über eine mögliche Unterstützung geführt. "In diesem Zusammenhang könnte ein militärischer Bedarf entstehen, insbesondere in Bezug auf staatliche technische Angelegenheiten." Die Erfüllung dieses Bedarfs wäre "kein Problem", sagte Fidan.
Die Huthis hatten im Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt und seither Ziele in dem Königreich angegriffen. Nach einer Blitzoffensive übernahm die Miliz vergangene Woche die Kontrolle über große Teile der jemenitischen Küste an der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Die gegenseitigen Angriffe der verfeindeten Lager nahmen daraufhin stark zu. Nach UN-Angaben sind seit der Wiederaufnahme der Kämpfe hunderte Menschen getötet und mehr als 110.000 Menschen vertrieben worden.
Die Meerenge Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und damit dem Indischen Ozean. Sie ist eine wichtige Route für den internationalen Schiffsverkehr, besonders für den Export von saudiarabischem Öl. Seit der weitgehenden Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf durch Teheran seit Beginn des Iran-Kriegs vor rund sechseinhalb Monaten hat Bab al-Mandab zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die Öl- und Benzinpreise stiegen in den vergangenen Tagen entsprechend erneut an.
Der iranische Chefunterhändler erklärte derweil im Staatsfernsehen, Teheran hätte den USA am Sonntag seine Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorgelegt. Die Bedingungen seien "der anderen Seite über Vermittler klar mitgeteilt" worden. "Solange die Bedingungen nicht erfüllt sind und die Zusagen der USA nicht eingehalten werden, wird es unmöglich sein (...), zu einer offenen Meerenge zurückzukehren", sagte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf.
J.Fankhauser--BTB