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Kroatien schlägt Marokko im kleinen Finale
Kroatien hat Marokkos märchenhafter WM das Happy End verwehrt und seinem Altmeister Luka Modric einen würdigen Abschied ermöglicht - wenn er denn überhaupt gehen möchte. Die "Feurigen" gewannen das Spiel um Platz drei mit 2:1 (2:1), für Modric könnte es der letzte Auftritt im karierten Trikot gewesen sein. Der 37-Jährige hat das bis zuletzt offengelassen, eine ganze Nation möchte ihn gerne auch noch bei der EM 2024 sehen.
Die großen Momente gehörten am Samstag anderen, Josko Gvardiol (7.) von RB Leipzig und Mislav Orsic (42.) trafen zum Sieg, Kroatien steht damit zum dritten Mal auf dem WM-Podest. 1998 war das kleine Land vom Balkan Dritter, zuletzt 2018 gar Vize-Weltmeister, Kroatien ist offensichtlich angekommen unter den Besten der Welt.
Marokko wirkte müde, verpasste nach dem Aus im Halbfinale gegen Frankreich (0:2) auch im kleinen Finale einen großen Sieg, der zwischenzeitliche Ausgleich von Achraf Dari (9.) genügte nicht. Geschichte hat das Team dennoch geschrieben, kein afrikanisches Land schaffte es zuvor in ein WM-Halbfinale.
Und Modric? Wird Länderspiel Nummer 162 das letzte für den Weltfußballer von 2018 gewesen sein? Das war schon zuvor die Frage, die nicht nur den kroatischen Fußball beschäftigte. Modric selbst ließ seine Fans damit allein, es sei "nicht der richtige Zeitpunkt, um darüber zu sprechen", sagte er. Und Trainer Zlatko Dalic kündigte Gespräche an, die nach dem Spiel, nach der WM stattfinden sollen.
Denn es ging ja noch um das Treppchen bei dieser WM, um einen weiteren historischen Erfolg für Kroatien. Und vor 44.137 Zuschauern im Khalifa-International-Stadion erwischten Modric und sein Team den besseren Start, machten Druck und gingen früh verdient in Führung. Lovro Majers Freistoß fand den Kopf von Ivan Perisic, der in der Mitte Gvardiol bediente - eine starke Variante und ein besonderer Treffer: Der Leipziger ist mit 20 Jahren nun jüngster WM-Torschütze Kroatiens.
Der Ausgleich fiel allerdings nur zwei Minuten später, wieder gingen ein Freistoß und ein kroatischer Kopfball voraus, und wieder war Majer beteiligt. Der defensive Mittelfeldspieler verlängerte unfreiwillig, Dari traf aus kurzer Distanz.
Modric indes war viel damit beschäftigt, Kroatiens Spielaufbau auszulösen, hatte wenige Aktionen im letzten Drittel, einmal nur schloss er gefährlich ab (24.). Das Kunstvolle übernahm dann Orsic: Von halblinks schloss er mit der Innenseite ab, über Bono hinweg traf er den Innenpfosten - die erneute Führung für Kroatien.
Orsic eröffnete mit einem Schuss ans Außennetz (47.) auch die zweite Spielhälfte, der Schwung versandete dann allerdings. Beide Teams wurden zunächst kaum gefährlich, die Begegnung erinnerte immer mehr an das erste Aufeinandertreffen in der Vorrundengruppe F: Ein zähes 0:0.
Als Gvardiol nach einem Kontakt mit Sofyan Amrabat im gegnerischen Strafraum fiel, wurde es noch einmal intensiv, die Kroaten forderten Elfmeter (74.). Schiedsrichter Abdulrahman Al Jassim (Katar) pfiff aber nicht.
D.Schneider--BTB