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Trauer um eine Fußballlegende: Franz Beckenbauer mit 78 Jahren gestorben
Der Tod der deutschen Fußballlegende Franz Beckenbauer hat in Deutschland und international Trauer ausgelöst. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte den mit 78 Jahren verstorbenen Beckenbauer am Montag als Ausnahmeerscheinung. Der europäische Fußballverband Uefa würdigte Beckenbauer als Persönlichkeit, die den deutschen Fußball wie keine andere geprägt habe.
Beckenbauer starb nach Angaben des Deutschen Fußball-Bunds am Sonntag, er wurde 78 Jahre alt. Der mit seiner dritten Ehefrau Heidi in Österreich lebende Beckenbauer war seit langem gesundheitlich stark angeschlagen und hatte sich in den vergangenen Jahren aus der Öffentlichkeit völlig zurückgezogen.
Beckenbauer hatte Herzprobleme, konnte nach einem Augeninfarkt auf einem Auge kaum noch sehen und litt Berichten zufolge an Parkinson. Ein schwerer Schicksalsschlag war für ihn der Tod seines 2015 mit nur 46 Jahren nach einem Hirntumor gestorbenen Sohnes Stephan. Neben seiner Witwe Heidi hinterlässt Beckenbauer vier Kinder, zwei davon stammen aus seiner letzten Ehe.
Steinmeier schrieb in einem Kondolenzbrief an Heidi Beckenbauer: "Wohl niemand hat den deutschen Fußball so stark geprägt wie Franz Beckenbauer. Als Spieler, Teamchef und Trainer hat er Fußballgeschichte geschrieben." Der Bundespräsident verwies auf die Erfolge Beckenbauers mit dem FC Bayern München und der deutschen Nationalmannschaft. Mit seinem Führungsstil und seiner Spielphilosophie habe Beckenbauer die Nationalmannschaft "in der ganzen Welt zu einem herausragenden Botschafter unseres Landes gemacht".
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) schrieb im Onlinedienst X, früher Twitter: "Weltmeister als Spieler und Trainer: Franz Beckenbauer war einer der größten Fußballer in Deutschland und für viele 'der Kaiser' - auch, weil er über Generationen für den deutschen Fußball begeistert hat."
Die Uefa bezeichnete Beckenbauer als einen der "größten Fußballer Europas". Bei X schrieb der Fußballverband: "'Der Kaiser' war ein außergewöhnlicher Spieler und ein erfolgreicher Trainer, der den deutschen Fußball wie kein anderer geprägt hat."
Bundesinnenministerin und Sportministerin Nancy Faeser (SPD) sagte der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post": "Mit Franz Beckenbauer verlieren wir eine Legende des deutschen Sports. Kaum jemand hat den deutschen Fußball so geprägt, kaum jemand wird so unvergesslich bleiben."
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) würdigte den gebürtigen Münchner als "großen Sohn des Landes". Beckenbauer sei ein Ausnahmefußballer, Ausnahmetrainer und ein wunderbarer Mensch gewesen, der von allen, die ihn näher kannten, geliebt und geachtet worden sei. "Franz Beckenbauer war ein Jahrhundertsportler. Die Bayern trauern um einen der ihren, der Botschafter des Freistaats in der Welt war", erklärte Söder. Auch als Weltstar habe er seine Herkunft nie vergessen.
Beckenbauer war als Spieler 1974 und als Trainer 1990 mit Deutschland Fußballweltmeister geworden. Seine Karriere als Profifußballer begann er mit dem FC Bayern München, mit dem er national und international Titel gewann.
Später spielte Beckenbauer in den USA bei Cosmos New York und bis zu seinem Karriereende als Spieler beim Hamburger Sport-Verein (HSV). Als Trainer war Beckenbauer neben der Nationalmannschaft auch beim französischen Club Olympique Marseille und beim FC Bayern tätig, wo er später auch Präsident wurde.
Beckenbauer galt als die Lichtgestalt des deutschen Fußballs und bekam während seiner Laufbahn den Spitznamen "Kaiser". Die Zuneigung erklärte sich durch seine beispiellose Eleganz als Fußballer und später durch den Umstand, dass ihm auch als Trainer und Funktionär scheinbar alles spielerisch gelang.
Große Schatten auf seinen Ruf warfen allerdings Millionenzahlungen, die rund um die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland flossen. Beckenbauer hatte die WM nach Deutschland geholt - das auch als "Sommermärchen" bezeichnete Turnier geriet durch die Geldzahlungen im Nachhinein in die Kritik.
N.Fournier--BTB