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"Gehört sich nicht": Carro über Bayerns Werben um Wirtz
Bayern München hat sich mit dem öffentlichen Werben um Ausnahmespieler Florian Wirtz keinen Gefallen getan - so sieht es Bayer Leverkusens Geschäftsführer Fernando Carro. "So etwas gehört sich eigentlich nicht", sagte der 60-Jährige im Gespräch mit der Welt am Sonntag: "Mich hat es mehr gewundert als gestört, dass sie öffentlich so aggressiv waren. Aber ich glaube, dass es gegenüber Florian und seinen Eltern nicht geholfen hat."
Der Nationalspieler jedenfalls entschied sich letztlich für einen Wechsel von Leverkusen zum FC Liverpool. Nach Carros Darstellung hatten die Bayern zuvor öffentlich zwar ausführlich ihr Interesse bekundet, auf Klubebene aber kaum kommuniziert. "Im Frühjahr" habe sich Bayerns Vorstandschef Jan-Christian Dreesen gemeldet, "er teilte mir mit, dass er und Karl-Heinz Rummenigge mit uns über Florian Wirtz sprechen wollen. Ich habe gesagt: Wir haben kein Interesse, unseren besten Spieler nach München zu verkaufen."
Im Anschluss habe es dann "keine konkreten Gespräche mehr" gegeben: "Die Bayern waren anscheinend überzeugt, dass sich Florian für sie entscheiden würde. Ich habe ihnen gesagt: Wir haben da andere Informationen."
Wirtz' Abschied, der eine Ablöse von bis zu 150 Millionen Euro einbrachte, "schmerzt immer noch", sagte Carro, "aber man gewöhnt sich dran." Zudem sei es von Vorteil, dass sich der 22-Jährige nicht den Münchnern angeschlossen habe. "Dann wären die Bayern noch stärker gewesen", sagte Carro: "Ich will eine spannende Bundesliga. Ich freue mich, wenn mehr Vereine – außer uns – den Bayern das Leben schwer machen, weil ich glaube, dass die Bundesliga davon profitiert."
N.Fournier--BTB