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Erste WM-Sensation: Spanien patzt gegen Kap Verde
Die WM hat ihre erste Sensation: Superstar Lamine Yamal und Europameister Spanien haben einen Fehlstart in ihre Titelmission hingelegt. Gegen den krassen Außenseiter und Turnierneuling Kap Verde blamierte sich das viel zu harmlose Team in seinem Auftaktspiel am Montag in Atlanta mit einem 0:0. Während die "Blauen Haie" gleich beim Debüt ihren historischen ersten Punkt bei einer Endrunde feierten, müssen sich die Spanier für ihren zweiten WM-Triumph nach 2010 erheblich steigern.
So ideenlos wie die Spanier, bei denen Nationaltrainer Luis de la Fuente 71 Minuten lang auf den zuletzt angeschlagenen Yamal verzichtet hatte, jedoch über weite Strecken aufgetreten sind, könnte es bereits im zweiten Vorrundenspiel am Sonntag gegen Saudi-Arabien schwer werden. Letzter Gegner in der Gruppe H ist Uruguay.
Für Kap Verde, mit 500.000 Einwohnern drittkleinster WM-Teilnehmer, ist der Punktgewinn im Duell der Nummer 3 gegen die Nummer 64 der Weltrangliste schon jetzt der größte Erfolg der Fußballgeschichte.
Die Spanier waren vor dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada neben Frankreich als vielleicht größter Anwärter auf den Goldpokal gehandelt worden. Erst einmal müssen sie jedoch ihr jüngstes WM-Trauma bewältigen. Seit dem Triumph in Südafrika vor 16 Jahren hat Spanien nicht mehr das Viertelfinale erreicht. 2014 flog der Titelverteidiger sensationell in der Vorrunde raus, 2018 (gegen Russland) und 2022 (gegen Marokko) war jeweils im Achtelfinale Schluss.
Vor der Partie hatte de la Fuente davor gewarnt, den Underdog zu unterschätzen, parallel gab sich Kap Verdes Nationaltrainer angriffslustig. "Wir wollen ohne Angst spielen. "Wir sind nicht hierher gekommen, um nur dabei zu sein, wir sind hierher gekommen, um uns zu messen", sagte Pedro Leitao Brito. Und tatsächlich taten sich die Spanier schwer.
Zwar kontrollierten sie vom Start weg den Ball, in Abwesenheit der Starspieler Yamal und Nico Williams, die de la Fuente nach ihren Verletzungen zunächst auf die Bank setzte, fehlte jedoch die Kreativität und das Tempo. Folglich hatte Kap Verde kaum Mühe, die spanischen Bemühungen wegzuverteidigen. Das Offensivtrio Ferran Torres, Mikel Oyarzabal und Gavi war in der ersten halben Stunde nahezu völlig abgemeldet.
Es war ersichtlich, dass Spanien Yamals Genie vermisste, der nach seiner im April erlittenen Oberschenkelblessur noch nicht fit für 90 Minuten war. Seine Vertreter drehten erst kurz vor der Halbzeit etwas auf. Nach einem Zuspiel von Rodri legte Marc Cucurella per Kopf auf Torres (39.) ab, jener traf nur die Latte, den folgenden Kopfball von Oyarzabal lenkte Kap Verdes Torwart Vozinha drüber. Unmittelbar vor der Pause parierte der 40 Jahre alte Keeper erneut stark gegen Torres (45.) und Aymeric Laporte (45.+3).
Nach der Halbzeit bot sich ein ähnliches Bild wie im ersten Durchgang. Spanien besaß ein optisches Übergewicht, aber die Afrikaner schlugen sich weiter wacker, ohne selbst offensiv in Erscheinung zu treten. Vozinha war weiterhin stark und gegen Fabián Ruiz (56.) auf dem Posten. In der 71. Minute hatte de la Fuente genug gesehen und brachte Yamal für Gavi ins Spiel, wenig später auch Williams. Doch auch mit den Ballkünstlern klappte es nicht mit dem erlösenden Siegtreffer.
I.Meyer--BTB