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Bann gebrochen: Überragender Ronaldo führt Portugal zum Sieg
Der Knoten ist geplatzt: Cristiano Ronaldo hat sich den Frust von der Seele geschossen und mit Portugal endlich Kurs auf den ersehnten WM-Titel genommen. Nach dem enttäuschenden Auftakt gegen die Demokratische Republik Kongo (1:1) gewann der Mitfavorit bei der Rückkehr nach Houston angeführt von Doppelpacker Ronaldo (6./39.) hochverdient mit 5:0 (3:0) gegen Usbekistan und kann für die heiße Turnierphase planen.
Ronaldo avancierte mit seinem Führungstreffer zum ersten Spieler der Geschichte, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Mit seinen Turniertoren neun und zehn zog er zudem an Portugals Ikone Eusebio vorbei. Ein direkter Freistoß von Nuno Mendes (17.), ein Eigentor von Abduwachid Nematow (60.) sowie Rafael Leao (87.) besorgten die weiteren Treffer für die Portugiesen, die im abschließenden Vorrundenspiel gegen Kolumbien nun um den Gruppensieg spielen. WM-Neuling Usbekistan steht nach zwei Niederlagen vor dem Aus.
Nach dem Fehlstart war vor allem Ronaldo ins Zentrum der Kritik geraten. Doch den 41-Jährigen ließ das kalt. Zunächst verpasste er den Ball nach einer Flanke von Mendes um Zentimeter (4.), nur zwei Minuten später stimmte das Timing. Der erlösende Torjubel mit dem gesamten Team kam einem Urknall gleich, zuletzt hatte Ronaldo beim Eröffnungsspiel in Katar 2022 einen Turniertreffer bei einer WM und EM feiern können.
Und sein Team blieb gegen die harmlosen Usbeken von Trainer Fabio Cannavaro, die den Auftakt gegen Kolumbien 1:3 verloren hatten, dran. Beim Freistoß aus 18 Metern rechneten alle mit Ronaldo als Schützen - auch Torhüter Abduwachid Nematow, der überraschend in die Startelf rotiert war und beim halbhohen Abschluss von PSG-Verteidiger Mendes in die Torwartecke unglücklich aussah.
Völlig aus dem Nichts bejubelte der Underdog auf einmal den Anschluss. Vor dem traumhaften Winkeltreffer von Asischon Ganijew gab es jedoch ein Foulspiel, Schiedsrichter Jayed Jalal nahm das Tor nach Ansicht der Bilder zurück (29.). Auf der anderen Seite verwandelte Ronaldo nach tollem Zuspiel von Bruno Fernandes trocken ins lange Eck und stieg damit zum ältesten WM-Doppelpacker der Geschichte auf.
Und der Selecao-Kapitän hatte weitere Gelegenheiten: Kurz vor der Pause kratzte Abdukodir Chusanow einen Chip Ronaldos von der Linie (45.+5), nach einem feinen Freistoßtrick mit Mendes rettete Keeper Nematow in letzter Not (59.), die anschließende scharfe Ecke von Fernandes jedoch legten sich die beiden Usbeken im Zusammenspiel ins eigene Tor. Immer wieder halten in der Schlussphase "Cristiano Ronaldo"-Sprechchöre durch das mit 68.777 Zuschauern ausverkaufte Houston Stadium.
K.Thomson--BTB