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"Er sollte weg": Watzke fordert Infantino-Ablösung
Hans-Joachim Watzke hat erstmals öffentlich die Ablösung von FIFA-Boss Gianni Infantino gefordert. "Er sollte weg, ohne Wenn und Aber", sagte der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) beim BIG BANG KI FESTIVAL in Berlin. Drei Vorgänge seien für ihn ausschlaggebend: der von Infantino initiierte Friedenspreis für US-Präsident Donald Trump im Vorfeld der WM, die Aufhebung einer Sperre gegen den US-Nationalspieler Folarin Balogun sowie ein gescheiterter Investorendeal der FIFA.
Den Friedenspreis habe Infantino "selbst kreiert, selbst entschieden", sagte Watzke, Präsident von Borussia Dortmund: "Du kannst dir ja nicht selber was ausdenken und verkündest das dann, das ist Wahnsinn."
Auch die Vorgänge um Balogun kritisierte Watzke scharf. "Das kann nicht sein, dass, wenn da einer vom Platz fliegt, der Staatspräsident den FIFA-Präsidenten anruft, und erstaunlicherweise wird das Ding auch sofort einkassiert. Das ist ja Wahnsinn", sagte er. Watzke ist auch Mitglied Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA).
Den gescheiterten Investorendeal bezeichnete Watzke als "völlig wahnsinnig. Kein Mensch weiß das, seine Vizepräsidenten in der FIFA wussten nichts, das Council wusste nichts", sagte er. Die FIFA verfüge angesichts ihrer hohen Einnahmen über ausreichend finanzielle Mittel und benötige daher aus seiner Sicht keine Investoren.
Vor wenigen Tagen hatte bereits DFB-Präsident Bernd Neuendorf die Ablösung von Infantino mit ähnlich deutlichen Worten gefordert. Es sei "wichtig, dass dieses System Infantino auch beendet wird", meinte Neuendorf und betonte, dies sei sogar "zwingend erforderlich". Der FIFA-Präsident strebt ungeachtet seines krachend gescheiterten WM-Investorenplans und der massiven Kritik aus Teilen der Fußballwelt eine weitere Amtszeit an, gewählt wird im März. "Das Vertrauensverhältnis zu Gianni Infantino, zu dieser FIFA-Führung ist natürlich zerrüttet", sagte Neuendorf.
H.Seidel--BTB