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Rad-WM: Evenepoel fliegt zum historischen vierten Zeitfahr-Gold
Der belgische Radstar Remco Evenepoel hat in Montreal erneut den Titel Einzelzeitfahren gewonnen und ist damit als erster Profi zum vierten Mal in Folge Weltmeister im Kampf gegen die Uhr geworden. Der Doppel-Olympiasieger setzte sich in der Metropole am Sankt-Lorenz-Strom nach einer Machtdemonstration überlegen durch und bleibt in seiner Paradedisziplin die klare Nummer eins der Welt.
Mit einem Temposchnitt von 52,4 Stundenkilometern flog der 26 Jahre alte Evenepoel über den schnellen Kurs mit der Formel-1-Strecke von Montreal als Herzstück. Nach 39,2 km lag Evenepoel in 44:53,13 Minuten fast eine Minute vor dem zweimaligen Weltmeister Filippo Ganna aus Italien (+57,31 Sekunden). Bronze ging vier Tage vor seinem 20. Geburtstag an Frankreichs neuen Topstar Paul Seixas (+1:13,04 Minuten).
Über Evenepoels Triumph darf sich auch das deutsche Team Red Bull-Bora-hansgrohe freuen - die Mannschaft aus dem bayerischen Raubling hatte den Topstar zum Saisonbeginn für viel Geld verpflichtet. Nun trägt Evenepoel auch in den kommenden zwölf Monaten das Regenbogentrikot in allen Zeitfahren.
Vor Evenepoel, dessen WM-Siegesserie 2023 im britischen Stirling begonnen hatte, gewannen nur der Schweizer Fabian Cancellara sowie der deutsche Ex-Profi Tony Martin viermal den Zeitfahr-Titel. Sie schafften dies aber nicht in ununterbrochener Folge.
Die beiden deutschen Starter hatten aber mit dem Kampf um die Medaillen erwartungsgemäß nichts zu tun. Jasha Sütterlin (Freiburg), der zwischenzeitlich im Ziel die Führung übernommen hatte, kam auf Rang 14 (+2:10,88 Minuten). "Es war ein gutes Rennen, Top 15 war das Ziel, alles andere ist ein Bonus", sagte Sütterlin im ZDF. Max Walscheid (Neuwied) blieb als 28. (+2:47,52) hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Höhepunkt der WM wird das Straßenrennen am kommenden Sonntag, in das Evenepoel als Favorit geht und seinen zweiten Titel in der "Königsdisziplin" nach 2022 anpeilt. Der noch amtierende Weltmeister Tadej Pogacar (Slowenien) fehlt in Kanada nach seinem schweren Sturz bei der Vuelta.
C.Kovalenko--BTB