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Löw warnt Klopp: "Nicht alles allein verändern"
Der ehemalige Bundestrainer Joachim Löw hat Jürgen Klopp davor gewarnt, den Deutschen Fußball-Bund (DFB) komplett auf den Kopf stellen zu wollen. "Ein großer Verband ist naturgemäß komplex, weil viele Menschen, Gremien und Interessen zusammenkommen. Veränderungen brauchen deshalb Klarheit, Überzeugung und oft auch Geduld. Als Bundestrainer kann man Impulse geben, aber man kann und sollte nicht alles allein verändern wollen", sagte Löw dem Münchner Merkur/tz. Für den Weltmeistercoach von 2014 ist es viel entscheidender, "dass die sportlichen Verantwortlichen gemeinsam an einer einheitlichen Linie arbeiten und dass Strukturen am Ende den Fußball unterstützen, nicht umgekehrt".
Klopp gibt am Abend (20.45 Uhr/RTL) beim Nations-League-Auftakt in Amsterdam gegen die Niederlande sein Debüt als Bundestrainer. Mit ihm verbindet auch Löw große Hoffnungen. "Jürgen Klopp hat über viele Jahre auf höchstem Niveau bewiesen, welche Qualität er als Trainer und als Persönlichkeit hat. Er kennt den deutschen Fußball, hat international große Erfolge gefeiert und kann Menschen für eine Idee begeistern. Deshalb ist das aus meiner Sicht eine sehr gute Lösung", sagte der 66-Jährige und warb um Geduld mit dem Hoffnungsträger: "Entscheidend ist jetzt, ihm die nötige Zeit und Ruhe zu geben, seine Vorstellungen umzusetzen."
Von Klopp erwartet Löw, "dass er der Mannschaft eine klare Identität gibt". Klopp stehe "für Energie, Intensität und eine starke Verbindung zwischen Mannschaft und Fans". Aber auch bei ihm werde nicht alles "von heute auf morgen funktionieren".
Trotz des dritten WM-Debakels in Serie blickt Löw halbwegs optimistisch in die Zukunft. "Wir haben nach wie vor sehr gute Spieler, starke Vereine, gute Trainer und große Möglichkeiten in der Nachwuchsarbeit", sagte Löw. Entscheidend sei nun, "daraus wieder eine Mannschaft mit Stabilität, Selbstvertrauen und einer klaren Identität zu formen. Deutschland hat alle Voraussetzungen, perspektivisch wieder dauerhaft dort oben mit zu spielen."
F.Pavlenko--BTB