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Ähnlich wie Menschen und Delfine: Nachtigallen passen Laute spontan an Artgenossen an
Nachtigallmännchen passen ihren Gesang blitzschnell an den von Rivalen an. Das fanden Forschende aus Deutschland und Österreich heraus. Nach Angaben des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz in Leipzig vom Dienstag synchronisieren sie "in Echtzeit" Tonhöhen und Tonlängen. Neben Menschen beherrschen demnach nur wenige Tiere die komplexen neuronalen Prozesse, gerade Gehörtes zu verarbeiten und sofort passende Antworten zu geben. Dazu gehören Delfine und Papageien.
Gerade angesichts des umfassenden Gesangsrepertoires von Nachtigallen sei dies eine "stimmliche Meisterleistung", erklärte das Leipziger Institut. Männliche Exemplare nutzten diese Fähigkeiten bei ihrer Konkurrenz um Territorien und Weibchen. Nach Angaben der Experten signalisieren sie damit: "Was auch immer du singst, ich sing es besser!"
Die Wissenschaftler des Instituts arbeiteten bei der nun im Fachblatt "Current Biology" veröffentlichten Untersuchung mit Forschenden am Institute of Science and Technology Austria aus dem österreichischen Klosterneuburg zusammen. Sie vertieften und vervollständigten frühere Kenntnisse zur Nachahmung von Tonhöhen durch männliche Nachtigallen.
Wie nun feststeht, können die Tiere bei Pfeifduellen zudem Tonlängen flexibel variieren - und bei Antworten auf komplexe Gesänge je nach Kombination teilweise entweder primär die Tonhöhe oder die Länge der Silben anpassen. Sie waren demnach in Echtzeit zu "Kompromissen" fähig.
Laut Leipziger Forschern ist die spontane und flexible Koordination der eigenen Lautäußerungen eine hochkomplexe Hirnleistung. Demnach tun etwa Menschen dies. Sie passen oftmals unbewusst Sprechgeschwindigkeit und Satzlänge an ihr Gegenüber an.
Auch Delfine und Papageien hätten diese Fähigkeit und nutzten sie zu unterschiedlichen Zwecken, erklärten die Experten. Delfine ahmten Laute nach, um über längere Distanz in Kontakt zu bleiben. Papageien fänden sich damit in sozialen Hierarchien zurecht.
L.Dubois--BTB