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Iran-Krieg: Reeder streichen Verbindungen - Logistik beklagt Kostensteigerung
Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich massiv auf den Transport- und Logistiksektor aus. Der dänische Reederei-Konzern Maersk kündigte am Freitag an, weitere Strecken um die Golf-Region vorerst nicht mehr zu bedienen. Der deutsche Logistikverband beklagte neben Einschränkungen im Seefrachtverkehr auch Probleme wegen der Flugraumsperrungen. Hinzu kommen die gestiegenen Kraftstoffpreise.
Maersk, der zweitgrößte Reeder der Welt, stellte die Verbindungen von Europa und von Asien aus in den Nahen Osten vorläufig ein. Bislang hatte der Konzern, wie andere Reeder auch, Verbindungen mit Häfen im Persischen Golf ausgesetzt, weil dafür die vom Iran kontrollierte Straße von Hormus passiert werden muss.
Der internationale Schifffahrtsektor hatte neben dem Persischen Golf und der Straße von Hormus am Donnerstag auch den vorgelagerten Golf von Oman offiziell zum Kriegsgebiet erklärt. Dies erweitert die Rechte der betroffenen Seeleute. Unter anderem können sie eine Rückführung auf Kosten des Reeders beantragen.
Nach Angaben der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) sitzen rund 20.000 Seeleute infolge des Iran-Krieges im Persischen Golf fest. Seit Kriegsbeginn am Samstag hat die UN-Organisation sieben Vorfälle gezählt, in die Schiffe in der Straße von Hormus verwickelt gewesen seien. Dabei seien zwei Menschen gestorben und sechs verletzt worden.
Die Einschränkungen wirken sich spürbar auf Unternehmen in Deutschland aus. "Durch die Blockade der Seeschifffahrt in der Hormus-Meerenge und die großflächige Sperrung des Luftraums über den Golfstaaten sind mehrere Verkehrskorridore lahmgelegt", erklärte der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV). "Dies hat innerhalb weniger Tage zu einem teils dramatischen Anstieg der See- und Luftfrachtraten geführt."
Für den Containertransport im Persischen Golf würden die Reedereien derzeit "Notfall-Konfliktzuschläge" von bis zu 4000 Dollar in Rechnung stellen, erklärte der Verband. Der Suezkanal als Verbindung zum Mittelmeer werde gemieden, stattdessen nähmen viele Schiffe den langen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung in Kauf. Der DSLV befürchtet zudem Anstiege der Frachtraten auch auf Routen, die die Golfregion nicht berühren.
"Die Situation im Luftverkehr ist ähnlich: Mit Dubai, Abu Dhabi und Doha sind drei der wichtigsten Luftfrachtdrehkreuze in der Region in ihrem Betrieb massiv eingeschränkt", führte der Verband aus. "Infolgedessen steigen auch hier Frachtraten und Risikozuschläge." Der starke Preisanstieg bei Diesel belaste zudem auch den Landverkehr.
Hinzu komme der stark gewachsene Dispositionsaufwand: "See- und Luftfracht muss umgebucht, umgeroutet und teilweise storniert werden. Wechselkursrisiken engen den Planungsspielraum der Speditionen zusätzlich ein." DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster rechnet damit, dass Lieferkettenstörungen und Preissteigerungen bald auch bei den Endverbrauchern ankämen.
L.Dubois--BTB