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Studie: Wettervorhersagen in ärmeren Ländern deutlich ungenauer
Wettervorhersagen sind einer Studie zufolge in ärmeren Ländern deutlich ungenauer als in reicheren. Eine Wettervorhersage für sieben Tage im Voraus ist in einem reicheren Land im Schnitt präziser als eine Vorhersage für den nächsten Tag in einem ärmeren Land, wie die Goethe-Universität in Frankfurt am Main am Dienstag mitteilte.
Für die Studie analysierte ein Forscherteam von der Goethe-Universität und der Columbia University in New York globale Wettervorhersagen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage für die Jahre 1985 bis 2020. Diese Daten verglichen sie mit tatsächlichen Wetterbeobachtungen.
Eines der Ergebnisse lautete: Je höher das Einkommen eines Landes ist, desto genauer sind im Schnitt die kurzfristigen Temperaturvorhersagen. Die Qualität der Informationen hinter den Vorhersagen sei weltweit sehr ungleich verteilt, erklärte Manuel Linsenmeier von der Goethe-Universität. "Das ist besonders relevant, weil Wetterinformationen gerade dort einen hohen Wert haben, wo Menschen stark von wetterabhängigen Tätigkeiten leben", fügte Linsenmeier hinzu.
Die Lücke zwischen armen und reichen Ländern besteht weiterhin, obwohl die Vorhersagen seit den 80 er Jahren insgesamt deutlich besser wurden. Ein Grund dafür ist laut der Studie die Geografie. Kurzfristige Vorhersagen sind in den Tropen demnach schwieriger. Genau dort liegen jedoch viele Länder mit niedrigem Einkommen. Mit der Geografie können etwa zwei Drittel der weltweiten Unterschiede bei der Genauigkeit der Prognosen erklärt werden.
Ein weiterer Grund für die Unterschiede ist die meteorologische Infrastruktur. Ärmere Länder haben im Schnitt weniger Bodenwetterstationen und andere Messinstrumente, die Informationen liefern. Vorhandene Messsysteme übermitteln zudem teilweise auch seltener Daten.
Hinzu kommt, dass nur wenige Länder selbst globale Wettermodelle betreiben. Die meisten nationalen Wetterdienste greifen auf Vorhersagen einiger internationaler Zentren zurück.
Um die Vorhersagen zu verbessern, sei internationale Zusammenarbeit wichtig. "Investitionen in bessere Beobachtungen in bislang schlecht abgedeckten Regionen kommen nicht nur den Menschen vor Ort zugute", erklärte Linsenmeier. Bessere Daten könnten auch die Prognosen über Ländergrenzen hinweg verbessern.
D.Schneider--BTB