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KI-Assistent im Hosentaschenformat: Facebook-Mutter Meta stellt neue Gadgets vor
Mit neuen Gadgets für Künstliche Intelligenz (KI) will der Facebook-Mutterkonzern Meta im KI-Wettrennen in die Offensive kommen. Der US-Onlineriese stellte am Mittwoch sein neues KI-Gerät Muse Charm in der Größe eines Schlüsselanhängers vor, mit dem Nutzer unabhängig von ihrem Smartphone mit Metas KI-Agenten Muse kommunizieren sollen. Auch auf smarte Brillen setzt das Unternehmen weiterhin - und will hierbei nun stärker als bislang Befürchtungen rund um Datenschutz und heimliche Aufnahmen zerstreuen.
Die Markteinführung des puckförmigen Muse Charm, der Beobachter an das Elektronikspielzeug Tamagotchi aus den 1990er Jahren erinnert, ist nach Angaben des Konzerns für Dezember geplant. Einen Preis nannte Meta nicht - Konzernchef Mark Zuckerberg hob bei der jährlichen Entwicklerkonferenz des Konzerns jedoch hervor, dass das Gerät für Nutzerinnen und Nutzer die "mit Abstand schnellste Möglichkeit" sei, mit dem persönlichen Muse-Assistenten zu sprechen - "wenn man keine Brille trägt".
Denn auch smarte Brillen spielen für den Konzern weiterhin eine wichtige Rolle: "Es gibt heute fast zwei Milliarden Menschen auf der Welt, die eine Brille tragen", sagte Zuckerberg. "Und wir gehen davon aus, dass die meisten davon in den kommenden Jahren auf KI-Brillen umsteigen werden", prognostizierte er.
Mit den Brillen sollen Trägerinnen und Träger Fotos machen, Videos aufnehmen oder telefonieren können - aber auch Texte übersetzen oder mit Muse interagieren. Der im September an den Start gegangene KI-Agent, der als persönlicher digitaler Assistent Aufgaben für seine Nutzer erledigen soll - wie beispielsweise die Vereinbarung von Terminen -, werde "das Herzstück unserer Vision sein", sagte Zuckerberg.
Von Meta vorgestellt wurde am Mittwoch auch eine reine Audio-Version seiner Smartbrille. Hintergrund dieser kameralosen Variante, die am 13. Oktober auf den Markt kommen soll, sind dabei auch Bedenken von Datenschützern - denn Kritiker warnen, dass winzige Kameras in Brillen und anderen sogenannten Wearables auch für heimliche Aufnahmen etwa von Frauen und Mädchen missbraucht werden können.
Der für KI-Produkte des Konzerns verantwortliche Meta-Vizepräsident Vishal Shah wies diesbezüglich darauf hin, dass die Integration von Datenschutzfunktionen "wirklich wichtig" sei - ebenso wie eine Anzeigefunktion, die für andere die Aufzeichnung von Bildern signalisiert. "Wir wollten, dass die Menschen klar verstehen, dass hier etwas aufgezeichnet wird", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Diese Anzeige sei im Laufe der Zeit "noch deutlicher" gestaltet worden.
Zu Meta gehören auch die Dienste Whatsapp und Instagram. Das Unternehmen, das viele Milliarden Dollar investiert, um mit anderen Schwergewichten der Technologiebranche im KI-Wettrennen auf Augenhöhe bleiben zu können, setzt darauf, dass smarte Brillen und andere Wearables für die monatlich fast vier Milliarden aktiven Nutzer im Ökosystem des Konzerns ein möglichst niedrigschwelliger Einstiegspunkt sind, um Metas KI zu nutzen.
R.Adler--BTB