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Handel mit Evergrande-Aktien in Hongkong ausgesetzt
Der Handel mit den Aktien des kriselnden chinesischen Baukonzerns Evergrande an der Hongkonger Börse ist wieder ausgesetzt worden. Der Transaktionsstopp für Anteile des Mutterkonzerns sowie der Immobiliendienstleistungs- und E-Auto-Tochter erfolgte am Donnerstagmorgen, wie aus Mitteilungen der Börse hervorgeht. Der Aktienhandel war erst vor einem Monat wieder angelaufen, nachdem Evergrande wegen fehlender Bilanzunterlagen mehr als 15 Monate lang ausgeschlossen gewesen war.
2021 war bereits die Pleite des riesigen Unternehmens befürchtet worden. Im März 2022 erklärte Evergrande, der Konzern könne seinen geprüften Geschäftsbericht für 2021 nicht pünktlich vorlegen. Daraufhin wurde der Aktienhandel ausgesetzt.
Im Juli veröffentlichte das Unternehmen endlich Zahlen: Demnach machte Evergrande in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt umgerechnet rund 100 Milliarden Euro Verlust. Die Höhe der Schulden belief sich Ende 2022 auf mehr als 300 Milliarden Euro. Ein Umstrukturierungsplan sollte Lösungen bringen.
Am Mittwoch teilte der Konzern mit, keine neuen Anleihen ausgeben zu können, weil die Finanztochter Hengda Real Estate "Gegenstand einer Ermittlung" sei, welche die Umsetzung des Umstrukturierungsplans verhindere. Die Aktien stürzten ab. Zuvor waren bereits Treffen zu den Umstrukturierungsmaßnahmen kurzfristig abgesagt worden. Medienberichten zufolge war Evergrande-Chef Xu Jiayin Anfang des Monats unter Hausarrest gestellt worden.
Evergrande steht im Mittelpunkt der Krise des chinesischen Bausektors. Chinas Behörden hatten 2020 mit Beschränkungen bei der Kreditbeschaffung auf die ausufernde Verschuldung der Branche reagiert. Besonders bei Evergrande führte dies zu Zahlungsausfällen und Projektabbrüchen.
C.Kovalenko--BTB