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Folgen der Huthi-Angriffe: Längere Lieferzeiten für Waren aus Asien möglich
Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Frachtschiffe im Roten Meer können nach Ansicht eines Wirtschaftsexperten zu längeren Lieferzeiten führen. "Es kann durchaus sein, dass vereinzelte Waren aus Asien mit einer Verspätung von bis zu zwei Wochen bei uns ankommen", sagte Vincent Stamer vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Donnerstag. Eine Situation wie während der Corona-Pandemie sei jedoch nicht zu erwarten.
Das Rote Meer und der Suez-Kanal sind zentrale Handelsstraßen für den Welthandel. Es zeuge von einer außerordentlichen Gefahrenlage, dass "Reedereien den Umweg von mehr als 6000 Kilometer um Afrika in Kauf nehmen", sagte Stamer der "Rheinischen Post". Die Frachtrate, also der Preis für den Transport der Fracht, dürfte aufgrund der längeren Fahrzeit leicht ansteigen.
"Mit Lieferengpässen wie vor zwei Jahren rechne ich dennoch nicht, da sich Lieferketten in der Zwischenzeit normalisiert haben und keine Lockdowns mehr die Produktion stören", sagte Stamer weiter. Das, was vor Weihnachten noch eingekauft werde, sei bereits in den Lagern oder liege in den Auslagen der Geschäfte.
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hat die dem Iran nahestehende Huthi-Miliz im Jemen wiederholt Drohnen und Raketen auf Israel abgefeuert und zuletzt mehrfach Schiffe im Roten Meer angegriffen.
Über das Rote Meer laufen bis zu zwölf Prozent des Welthandels. Jemen liegt an der Meerenge Bab-al-Mandeb zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden. Wegen der wiederholten Angriffe hatten mehrere Reedereien in den vergangenen Tagen verkündet, Fahrten durch die Meerenge einzustellen.
Die Huthi-Rebellen drohen, jedes Schiff auf dem Weg nach Israel anzugreifen, solange nicht der Transport von mehr Lebensmitteln und Medikamenten in den Gazastreifen erlaubt wird. Am Dienstag bekräftigte ein hochrangiger Huthi-Vertreter, die Rebellen würden ihre Angriffe ungeachtet einer internationalen Militärkoalition zur Sicherung des Seehandel im Roten Meer fortsetzen.
K.Brown--BTB