Berliner Tageblatt - Verunreinigtes Mineralwasser: Foodwatch verklagt Konzerne Nestlé und Sources Alma

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Verunreinigtes Mineralwasser: Foodwatch verklagt Konzerne Nestlé und Sources Alma
Verunreinigtes Mineralwasser: Foodwatch verklagt Konzerne Nestlé und Sources Alma / Foto: © AFP/Archiv

Verunreinigtes Mineralwasser: Foodwatch verklagt Konzerne Nestlé und Sources Alma

Nach Medienrecherchen über verunreinigtes Mineralwasser in Frankreich hat die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch die Konzerne Nestlé und Sources Alma verklagt. Die Hersteller hätten Verbraucherinnen und Verbraucher "getäuscht, abgezockt und betrogen", erklärte Ingrid Kragl von Foodwatch Frankreich am Mittwoch. "Niemand steht über dem Gesetz – auch kein multinationaler Konzern wie Nestlé." Die Klage wegen Verletzung von EU-Vorschriften wurde in Paris eingereicht.

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Die Zeitung "Le Monde" hatte Ende Januar berichtet, dass der Nestlé-Konzern und andere Hersteller von Mineralwasser im Verdacht stehen, Quellwasser auf illegale Weise desinfiziert zu haben. Nestlé gab dazu bekannt, diese Techniken benutzt, aber inzwischen eingestellt zu haben. Dazu zählten etwa die Desinfektion durch Aktivkohle oder UV-Strahlen.

Diese Verfahren sind für Leitungswasser durchaus erlaubt, nicht aber für Quell- und Mineralwasser, das als natürlich reines Wasser erheblich teurer verkauft wird. "Das Ziel war immer, die Lebensmittelsicherheit zu garantieren", betonte Nestlé. Das Wasser der betroffenen Marken, zu denen Perrier und Vittel zählen, werde mittlerweile nicht mehr behandelt.

Foodwatch will dabei auch die Rolle des französischen Staates klären - den Berichten zufolge war die Regierung spätestens seit 2021 über die Praktiken informiert. Eine Untersuchungskommission bestätigte 2022, dass die illegale Desinfektion von Quellwasser weit verbreitet sei. Der Bericht wurde allerdings nicht veröffentlicht.

Foodwatch erklärte, Paris habe weder die Europäische Kommission noch die Mitgliedstaaten über die Nichtkonformität der von Nestlé Waters und Sources Alma vermarkteten Produkte informiert. Die Organisation bat daher nach eigenen Angaben die EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Stella Kyriakides, um eine Stellungnahme. Ob die Produkte auch in Deutschland verkauft wurden, blieb zunächst unklar.

I.Meyer--BTB