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Leichter Dämpfer für die Industrie: Produktion im März wieder zurückgegangen
Nach zwei Anstiegen der Produktion in Folge hat die deutsche Industrie im März einen leichten Dämpfer hinnehmen müssen. Die reale Produktion im Produzierenden Gewerbe sank im Monatsvergleich um 0,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Allerdings hatten Beobachter einen noch stärkeren Rückgang erwartet. Und trotz einer Korrektur des Werts für Februar nach unten blieb die Entwicklung im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatszeitraum positiv.
Die reine Industrieproduktion ohne Energie und Baugewerbe sank im März verglichen mit Februar um 0,4 Prozent, wie die Statistiker ausführten. Die Energieerzeugung verzeichnete einen Rückgang von 4,2 Prozent. Die Bauproduktion stieg hingegen um 1,0 Prozent - in den beiden Vormonaten hatte es hier noch deutlichere Steigerungen gegeben.
Im Januar und Februar hatten zudem insbesondere die energieintensiven Industriezweige starke Zuwächse verzeichnet. Im März blieb das Produktionsvolumen hier unverändert. Etwas mehr produziert als im Februar wurde in den Bereichen Kfz, elektrische Ausrüstung und Metallerzeugung. Deutlich rückläufig war die Produktion des Maschinenbaus.
Der Konjunkturexperte der Deutschen Industrie- und Handelskammer, Jupp Zenzen, forderte politische "Wachstumsimpulse" angesichts der Schwierigkeiten der Industrie. "Die schlechte Auftragslage gepaart mit handfesten strukturellen Problemen wie Fachkräftemangel und hohen Kosten für Energie, Personal oder Finanzierung belasten die Unternehmen", erklärte er.
Das Bundeswirtschaftsministerium verwies auf die positive Entwicklung im Quartalsvergleich: Über die ersten drei Monate des Jahres gesehen stieg die Produktion trotz des Rückgangs im März um 1,0 Prozent an. "Trotz der noch schwachen Auftragslage deuten die fortgesetzte Aufhellung des ifo Geschäftsklimas und des Einkaufsmanagerindex eine weitere Erholung der Industrieproduktion im Jahresverlauf an", erklärte das Ministerium.
Auch der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, erklärte, der erwartete Rückgang der Produktion im März sei "nicht dramatisch ausgefallen". In den kommenden Monaten dürfte sich die Produktion weiter allmählich erholen. Dennoch werde die Industrie noch einen "unterproportionalen Beitrag zur weiteren konjunkturellen Erholung leisten".
"Der konjunkturelle Abschwung ist zu Ende und der Optimismus ist zurückgekehrt", erklärte der ING-Analyst Carsten Brzeski. "Der Weg zu einer substanziellen Erholung, insbesondere in der Industrie, ist aber noch lang."
M.Odermatt--BTB