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61,2 Prozent aller Fernzüge der Deutschen Bahn im Mai pünktlich
Die Pünktlichkeit der Fernzüge der Deutschen Bahn (DB) ist im Mai gesunken - blieb aber über der 60-Prozent-Schwelle. 61,2 Prozent aller ICE- und IC-Züge kamen im vergangenen Monat pünktlich an ihr Ziel, wie vorläufige Daten der Bahn zeigten. "Vor allem Störungen in der Infrastruktur an zentralen Punkten im Netz wirkten dämpfend auf die Werte", erklärte der Konzern. "Dies trifft auf eine begrenzte Infrastrukturkapazität und hohe Auslastung vor allem in den Knoten sowie ein komplexes Baugeschehen im gesamten Netz."
Zuletzt hatte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) mehrfach zu Protokoll gegeben, er sei schon froh, wenn am Ende des Jahres bei der Pünktlichkeit "vorne eine Sechs" stehe. Als verspätet gilt ein Zug, sobald er mehr als fünf Minuten und 59 Sekunden hinter der im Fahrplan hinterlegten Zeit ankommt.
Die Pünktlichkeit hatte im Oktober mit 51,5 Prozent einen historischen Tiefpunkt erreicht. Im Schnitt des Jahres 2025 lag sie bei 60,1 Prozent. Die Bahn steckt tief in der Krise. Große Teile der Infrastruktur sind marode und störanfällig, die Pünktlichkeitswerte insbesondere im Fernverkehr leiden darunter.
Zudem dräut dem Konzern ausländische Konkurrenz. Das italienische Bahnunternehmen Italo will ab 2028 in den deutschen Markt einsteigen. Bahn-Chefin Evelyn Palla bezeichnete das am Montagabend vor Journalisten zwar als "gute Nachricht", denn Wettbewerb belebe das Geschäft. Zugleich sagte sie, Wettbewerb sei "kein Selbstzweck". Es müsse darauf geachtet werden, dass die Vorteile nicht nur "bei einigen wenigen in den Metropolen" ankommen.
"Wir müssen achtsam sein, dass am Ende nicht auf einigen wenigen Strecken ein neuer Anbieter fährt, während wir in der Fläche Verbindungen verlieren", sagte Palla. Dafür brauche es "neue und bessere politische Rahmenbedingungen", sonst drohe "ein ungesteuerter Wettbewerb, dessen Folgen sich am Ende womöglich für die Mehrheit negativ auswirken".
Die Herausforderung "von Seiten der Politik besteht deshalb darin, auch mit mehr Wettbewerb ein verlässliches und vertaktetes Gesamtsystem für alle Menschen in Deutschland auch in der Fläche aufrechtzuerhalten", fuhr die Bahn-Chefin fort. Der eigentliche Engpass in Deutschland sei nicht der Wettbewerb, sondern die Infrastruktur.
Der italienische Bahnkonzern Italo will ab 2028 in den deutschen Markt einsteigen. Dafür stellt das Unternehmen aber Forderungen: So will Italo laut einem Bericht des "Spiegel" Sonderkonditionen: einen "festgelegten Mindestanteil an Kapazitäten".
Nach einer Anhörung zum Thema Italo bei der Bundesnetzagentur am Freitag erklärte die DB-Infrastrukturgesellschaft Infrago, das "vorgeschlagene Vorgehen der Bundesnetzagentur überzeugt die DB Infrago rechtlich und regulatorisch nicht". Weder Europarecht noch Eisenbahnregulierungsgesetz gäben "eine Grundlage dafür, neue Marktteilnehmer strukturell zu bevorzugen".
J.Horn--BTB