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Großauftrag für Neptun-Werft in Rostock
Im Rahmen der Netzanbindung von Windparks auf dem Meer hat der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz einen Großauftrag vergeben, von dem insbesondere die heimische Industrie profitieren soll. Zum ersten Mal sollten Offshore-Konverterplattformen des neuen 2-GW-Standards "überwiegend in Deutschland gebaut werden", teilte 50Hertz am Mittwoch in Berlin mit. Wesentliche Komponenten sollen demnach auf der Rostocker Neptun-Werft gefertigt werden - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bezeichnete dies als "hervorragende Nachricht" für ihr Bundesland.
Sogenannte Konverterplattformen sind wichtig, um Strom von Windparks auf See effizient ans Festland zu bringen. Wie 50Hertz mitteilte, beauftragte der Übertragungsnetzbetreiber ein Konsortium aus Siemens Energy und dem Unternehmen Neptun Smulders Offshore Renewables (NSORe), das auf den Bau von Konverterplattformen spezialisiert ist, mit der Errichtung eines Konvertersystems für das Offshore-Netzanbindungsprojekt North Sea Connector 2.
Dieses soll aus einer Plattform auf dem Meer und einer Station an Land bestehen. Die landseitigen Konverter sollen in einem neuen Umspannwerk in der Nähe von Schwerin entstehen.
Die Offshore-Konverter sollen laut 50Hertz in der Nordsee rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt installiert werden. Hierfür soll auf der Neptun-Werft die sogenannte Topside als Hauptgebäude der Plattform gefertigt werden. In Rostock werde der Großteil der Konstruktion und Fertigung erfolgen, erklärte der Übertragungsnetzbetreiber. Durch die Aufträge könnten langfristig mehr als 500 neue Arbeitsplätze in Mecklenburg-Vorpommern bei den beteiligten Unternehmen und Zulieferern geschaffen werden. Die Inbetriebnahme des North Sea Connector 2 ist demnach bis Ende 2034 geplant.
Wie 50Hertz weiter mitteilte, wurden mit NSORe außerdem Verhandlungen für eine weitere Konverterplattform in gleicher Dimension aufgenommen. Auch dafür sollten wesentliche Komponenten in Rostock-Warnemünde gefertigt werden. Komme dieser Auftrag zustande, würden sich die beiden Projekte zusammen demnach auf ein Volumen für NSORe von rund 2,5 Milliarden Euro summieren - überwiegend für Produktion und Dienstleistungen in Mecklenburg-Vorpommern.
Ministerpräsidentin Schwesig erklärte, die Großprojekte stünden "für industrielle Wertschöpfung, gute Arbeitsplätze und Zukunftstechnologien". Sie zeigten, "dass Mecklenburg-Vorpommern bei der Energiewende eine wichtige Rolle spielt". Dass nun ein erster Großauftrag vergeben wurde, sei "ein wichtiger Erfolg für die maritime Wirtschaft unseres Landes und ein starkes Signal für den Industriestandort Mecklenburg-Vorpommern".
O.Lorenz--BTB